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Wein und Wandern in der Pfalz

Im Juni diesen Jahres - als das Reisen wieder möglich war - machten wir uns mit dem Camper Van auf den Weg um abermals ein Stück Deutschlands zu entdecken. Eigentlich sollte es in den Bayerischen Wald gehen, aber das Wetter ließ uns in die andere Richtung fahren und wir verbrachten eine Woche in der wunderschönen Pfalz

 

Wir übernachteten zwischen Weinreben und Felsen. Wir radelten durch die Weinberge und erwanderten Wälder und skurrile Steinformationen. Von zahlreichen Burgen konnten wir den Blick über den Pfälzer Wald, einem der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands schweifen lassen. Aber auch kulinarisch überzeugte die Pfalz. Wir ließen uns den ein oder anderen Wein in einer Weinprobe schmecken und probierten den berühmten Pfälzer Saumagen

Der erste Stopp mit Landvergnügen

Auch dieses Mal waren wir wieder mit dem --> Stellplatzführer Landvergnügen unterwegs. Da wir es immer recht gemütlich angehen, suchten wir uns schon auf dem Hinweg eine Zwischenübernachtung aus. Die Wahl fiel dieses Mal auf --> Benders Schlemmer-Scheune & Hofladen. Aufgrund der aktuellen Situation war die Gastronomie geschlossen, aber wir konnten im Hofladen einkaufen. Das Abendessen war also schon einmal gerettet. Eine Toilette wäre vorhanden gewesen, konnte aber aufgrund der aktuellen Lage nicht genutzt werden. Unseren Stellplatz erhielten wir etwas abseits auf einer kleinen Wiese. Absolut ruhig, nur ein paar Spaziergänger kamen immer wieder an uns vorbei, denn es führt direkt ein Wanderweg an dem Hof entlang. So entschlossen auch wir uns, uns am Abend noch die Füße zu vertreten und erwanderten ein Teilstück der --> Hohlwege rings um Mühlhausen-Tairnbach

Ich hab’ mein Herz in Heidelberg verloren

Nur ungefähr 30 Autominuten entfernt befindet sich --> Heidelberg. Ich wollte immer schon einmal nach Heidelberg. Warum weiß ich selber nicht so genau. Daher hatten wir auf unserer Tour eingeplant hier einen kurzen Stopp zu machen und die Universitätsstadt am Neckar zu besichtigen. Leider nahmen wir uns nur ein paar Stunden Zeit und konnten nicht alles sehen, aber der erste Eindruck war schon einmal super. 

Unseren Camper Van parkten wir etwas außerhalb auf einem großen Parkplatz (Messplatz). Direkt gegenüber befindet sich eine S-Bahn Haltestelle und wir konnten so super bequem und schnell in die Stadt fahren. 

Wir schlenderten zunächst etwas planlos durch die Altstadt und kamen relativ schnell zur Alten Brücke. Ein wunderbares Fotomotiv. Von hier erhaschten wir die ersten Blicke auf das Heidelberger Schloss. Schnell war klar, dass wir unsere Sightseeing Tour dort fortsetzen wollten. Über den Marktplatz gingen wir direkt den steilen Wanderweg zum Schloss hinauf.

Eine Besonderheit ist dort das große Fass mit einem Fassungsvermögen von 220.000 Liter Wein. Eine Treppe führt um das Fass herum auf eine Plattform. Erst hier wurden uns die gigantischen Ausmaße so richtig bewusst. Weiter ging es ins Deutsche Apotheken-Museum. Ein sehr interessantes Museum mit zahlreichen Ausstellungsstücken und es ist eines der meistbesuchten Museen in Deutschland.

Die veranschlagten Stunden für den Besuch waren schnell vorbei und wir machten uns wieder auf den Weg zum Parkplatz, um zu unserem nächsten Stellplatz zu fahren. Heidelberg wird uns aber sicherlich noch einmal wiedersehen. 

Entlang der Deutschen Weinstraße

Weiter ging es für uns über den Rhein Richtung Westen. Wir wollten die nächsten Tage ein Stück entlang der --> Deutschen Weinstraße fahren. In Deutschland ist sie eine der ältesten touristischen Straßen und führt durch eines der größten Weinbaugebiete Deutschlands,

der Pfalz. 

Mit dem Stellplatzführer Landvergnüngen hatten wir dieses Mal kein Glück. Es war Wochenende und die in der näheren Umgebung liegenden Höfe waren alle bereits belegt. Unsere Fahrt führte uns daher zunächst nach Kallstadt. Hier fanden wir einen superschönen Stellplatz beim --> Weingut Henninger. Direkt hinterm Haus, unterhalb der Weinreben standen wir mit weiteren Campern auf einer Wiese. Sogar eine Dusche und Toilette standen zur Verfügung. Ein toller Platz, den wir nur weiterempfehlen können. Wir haben 8 € bezahlt. Strom kostet 2 € pro Tag extra. 

 

Am Nachmittag machten wir eine kleine Weinprobe und kauften unsere ersten Weinflaschen ein. Da wir noch etwas sehen wollten entschieden wir uns für eine Radtour durch die Weinberge. Wir kamen am kleinen Städtchen Freinsheim vorbei. Die Altstadt wird von einer Ringmauer aus dem Mittelalter umschlossen und versprüht einen ganz eigenen Flair wenn man durch die schmalen Gassen spaziert. Durch wunderschöne Landschaft radelten wir zurück. 

Unweit vom Stellplatz befindet sich das Römische Weingut Weilberg. Es blickt auf eine 2.000 Jahre alte Geschichte zurück. Am Abend unternahmen wir noch einen kleinen Spaziergang dorthin, bevor wir müde von den heutigen Eindrücken und nach einem kühlen Gläschen Wein schlafen gingen.  

Das größte Fass der Welt ist ein Restaurant

Am nächsten Tag starteten wir früh, denn wir wollten den kühlen Morgen ausnutzen. Mit dem Rad ging es ins nahe gelegene --> Bad Dürckheim. Dank des "weißen Goldes" war die Stadt schon früh bekannt. Zunächst wurde Salz produziert und im 18. Jahrhundert das gigantische Gradierwerk gebaut. Heute ist dieses eines der größten Freiluft-Inhalatorien Deutschlands.

Wir spazierten durch den angrenzenden Kurpark, kamen an der riesigen Saline vorbei und erkundeten im Anschluss ein wenig die Stadt. Vom Dürkheimer Riesenfass, dem größten Weinfass der Welt mit einem Fassungsvermögen von 1,7 Millionen Litern, ging es dann mit dem Rad zurück nach Kallstadt. 

Burgbesuch und Weinverkostung

Es ging für uns weiter und wir entschieden uns zunächst einen kleinen Umweg zur Schloss- und Festungsruine Hardenburg zu machen. Vom großen Parkplatz ging es durch den Wald auf einer kleinen Wanderung stetig bergauf. Mächtig ragt sie aus dem Wald heraus. Die Hardenburg ist eine der größten Burganlagen in der Pfalz. Im 13. Jahrhundert wurde sie als kleine Burg erbaut, im 16. Jahrhundert weiter ausgebaut, gewann somit an Einfluss und weist eine rund 800 Jahre lange Geschichte auf. Oben angekommen befindet sich eine Kasse. Mit 4,50 € pro Person ist der Eintritt verhältnismäßig günstig und wir bekamen einiges zu sehen.

Im Inneren befindet sich ein Informationszentrum welches eine Dauerausstellung zur Geschichte der Hardenburg und deren Bewohner zeigt. Es ist spannend durch die einzelnen Räume zu schlendern und sich vorzustellen, wie hier der Adel lebte. Aber auch im Außenbereich gibt es tolle Ausblicke auf das Burginnere und die umliegende Umgebung. 

 

Zurück am Parkplatz fuhren wir zunächst wieder nach Bad Dürkheim und dann weiter entlang der Deutschen Weinstraße nach               --> Deidesheim. Wir nutzten den großen Parkplatz am Ortsausgang und spazierten von hier aus durch den hübschen Ort. Die Hülle an Weingütern und Weinverkäufen nutzten wir ebenfalls und erstanden nochmals ein paar Flaschen Wein beim --> Weingut Reichsrat von Buhl. Deidesheim ist eine der größten Weinbaugemeinden der Pfalz und wurde vor allem auch durch Altbundeskanzler Helmut Kohl bekannt, der mit seinen Staatsgästen hier den berühmten Pfälzer Saumagen verspeiste. 

Geschichtsträchtige Wanderung

Einem Tipp folgend sind wir weiter nach --> Diedesfeld, einem Stadtteil von Neustadt an der Weinstraße gefahren.

Hier befindet sich der Wohnmobil Stellplatz vom --> Weingut Müller-Kern. Wir hatten Glück und bekamen noch einen der letzten freien Stellplätze direkt unterhalb des Hambacher Schlosses. Auch hier konnten wir Dusche und Toiletten nutzen. Zudem gab es einen Weinkühlschrank an dem man sich bedienen konnte und einfach bei Abreise bezahlte. Einem gut gekühlten Tropfen mit Blick auf das Schloss bei einem farbenprächtigen Sonnenuntergang stand also nichts im Wege. Der Platz war mit 18 € nicht ganz günstig, aber die Lage ist sensationell. 

 

Zuvor entschlossen wir uns aber eine Wanderung zu dem geschichtsträchtigen Schloss zu machen, welches auch das Wahrzeichen der Pfalz ist. Im Mittelalter als Burg erbaut wurde das Hambacher Schloss in den Jahren weiter ausgebaut und umgestaltet. 1832 wurde dort das sogenannte Hambacher Fest ausgerichtet. Seitdem gilt es als Sinnbild der Demokratie in ganz Deutschland. Die Wanderung durch den Wald stetig bergauf war ein schöner Spaziergang. Leider waren wir spät dran und der Eingang bereits verschlossen. Wir erhielten von einem Aussichtspunkt aber noch einen tollen Ausblick über die Region und konnten weit ins Flachland blicken.  

Inmitten von Weinbergen

Beim Hinausfahren aus dem Ort Diedesfeld bemerkten wir an einem Schild am Ortsausgang, dass wir uns am Mittelpunkt der Weinstraße befanden. Wir wollten noch etwas in der Region bleiben und so fuhren wir an diesem Tag nicht viel Strecke. Genau genommen lag unser nächster Stellplatz nur ca. 5 km entfernt. ;-) Da wir noch Zeit hatten entschlossen wir uns zunächst den Ort --> Maikammer anzuschauen. Wir bummelten durch den fast menschenleeren Ort und vertrieben uns die Zeit und gingen einkaufen.

Nachdem wir die letzten Kilometer nach --> Edenkoben hinter uns gebracht hatten, suchten wir uns bei herrlichstem Sonnenschein (es war auch wieder recht warm) ein schattiges Plätzchen oberhalb des Ortes in den Weinbergen. Dort legten wir eine gemütliche Kaffeepause ein und genossen den Blick in die Landschaft. 

 

Als wir endlich zu unserem nächsten Stellplatz fahren konnten kurvten wir zunächst ein wenig herum, denn der Stellplatz ist nur über den Weg durch die Weinberge erreichbar. Das musste man ja erst einmal wissen!

Sobald wir die Zufahrt zum --> Weingut Fitz-Schneider gefunden hatten, stellte sich der Wohnmobilstellplatz als einer der schönsten auf unserer Tour heraus. Traumhaft schön gelegen, mit viel Liebe gestaltet und auch sehr saubere Duschen und Toiletten waren vorhanden; auch wenn die Duschen aufgrund der aktuellen Situation nicht genutzt werden konnten. Wir bekamen einen Platz auf der Wiese. Es gibt aber auch die Möglichkeit auf Schotter zu stehen. Wir merkten schon bald, dass der Platz sehr beliebt war. Es tauchten immer mal wieder Wohnmobile auf und einige mussten auch wieder fahren, da der Platz schnell komplett belegt war. Auch hier hatten wir die Möglichkeit Wein zu kaufen. Wir bezahlten 14 € für eine Nacht. Strom kostet extra. Diesen Stellplatz würden wir jederzeit wieder anfahren. Gegebenenfalls ist eine Reservierung vorab ratsam, da er wie bereits erwähnt sehr begehrt ist. 

Radtour durch wunderschöne Weinorte

Vom Weingut konnten wir direkt mit einer Radtour starten. Unser Weg führte uns zunächst direkt durch die Weinberge nach                    --> St. Martin. Der hübsche historische Ortskern steht unter Denkmalschutz. Wir schlenderten durch die Gassen und sahen Fachwerkhäuser und alte Winzerhöfe. Hier befinden sich auch noch viele kleine Geschäfte. Nach der Besichtigungstour fuhren wir zurück durch die Weinberge und weiter bis nach --> Rhodt unter Rietburg.

Auch dieser Ort ist traumhaft schön und romantisch. Die hübsche Theresienstraße ist das Highlight. Vorbei geht es an historischen Häusern und der mit Kastanienbäumen gesäumten Straße. Vielleicht sind wir auch am ältesten Weinberg der Welt vorbeigefahren. Dieser soll bereits seit 400 Jahren existieren und befindet sich Richtung Edesheim. 

Von Rhodt ging es im Anschluss auf Nebenwegen zurück nach Edenkoben. Eine schöne Radtour durch wunderschöne Landschaft. Somit hatten wir uns unseren Wein zum Abend redlich verdient. 

Es geht auf den höchsten Berg des Pfälzerwalds

In der Region gibt es noch ein besonderes Highlight. Die Kalmit. Mit ca. 672 Metern ist sie der höchste Berg des Pfälzerwalds. Es gibt verschiedene Wege hinauf. Wir entschieden uns den Weg über das sogenannte Felsenmeer zu nehmen. Vom Parkplatz Hüttenhohl mitten im Wald starteten wir und wanderten zunächst über einen schönen Waldweg leicht ansteigend los. Wir kamen zur sogenannten Hüttenberghütte. Hier bogen wir nach links ab und erreichten das Felsenmeer. Auf dem Grat des Hüttenbergs sahen wir viele verschiedene Felsformationen und wanderten durch sie hindurch. Der Weg über und durch die Steine ist ca. 400 m lang und schon wirklich toll.

Wir folgten dem Weg weiter Richtung Kalmit. Die Strecke wurde lichter und sandiger, bis wir nach einem letzten kleinen Anstieg bereits einen großer Sender sahen und kurz darauf das Kalmithaus und den Aussichtsturm erreichten. Schön ist etwas anderes und das Kalmithaus hatte aufgrund der aktuelle Lage geschlossen, dennoch konnten wir von der Terrasse den Blick nach Osten in die Oberrheinische Tiefebene schweifen lassen. Nach einer Pause machten wir uns auf den Rückweg. Auf ähnlichem Weg ging es zunächst zurück zum Felsenmeer. Nun entschieden wir uns aber unterhalb der Felsen entlang zu gehen. So konnten wir die bizarren Formationen aus einem anderen Blickwinkel betrachten. An der Hüttenberghütte angelangt ging es dann auf dem bereits bekannten Waldweg wieder zurück zum Parkplatz. Diese Wanderung war eine schöne kleine Tour durch die Haardt. Die Haardt befindet sich am Ostrand des Pfälzerwaldes und ist ein ca. 30 km langer Mittelgebirgszug und läuft in diesem Teil parallel zur Deutschen Weinstraße. 

Landvergnügen mit Burgblick

Über verschlafene Weindörfer fuhren wir weiter nach --> Albersweiler. Den Ort suchten wir uns heraus, da wir hier wieder die Möglichkeit hatten mit dem Stellplatzführer Landvergnügen auf einem Hof zu übernachten. Am Ortsrand befindet sich das --> Weingut Hahn-Hof auf der rechten Seite der Straße. Der Stellplatz befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite hinter einer großen Halle. Die schönen Wiesenplätze waren bereits belegt und wir konnten uns "nur" auf den gepflasterten Platz vor die Halle stellen, aber dennoch war es hier einfach herrlich. Der Blick schweifte über die Weinberge und ganz am Horizont in der Ferne ließ sich eine Burg erahnen. Auch hier hatten wir Glück und Dusche und WC konnten genutzt werden.

Mit unseren Campingstühlen machten wir es uns unter Obstbäumen im Schatten gemütlich und genossen nach der Wanderung auf die Kalmit den Nachmittag faul im Schatten. Mit dem Rad holten wir uns am Abend zwei Pizzen aus dem Ort und schafften so eine gute Grundlage. Wir hatten uns nämlich mit dem Chef des Weinguts zu einer Weinprobe verabredet. Mit uns waren noch zwei weitere Camper-Pärchen dabei und wir probierten uns einmal durch das Sortiment. Es wurde ein lustiger Abend. Zum Abschluss erhielten wir noch eine Betriebsführung und wir erfuhren viele Informationen über die einzelnen Verarbeitungsschritte bis sich der Wein in der Flasche befindet. Natürlich hatten wir auch hier am nächsten Morgen ein paar Flaschen Wein gekauft. 

Auf geht´s in den Pfälzer Wald

Von unserem Frühstücksplatz vor dem Van konnten wir eine Burg im bewaldeten Hügel erahnen. Es handelt sich um die --> Burg Trifels. Sie sollte unser nächstes Ziel sein. Wir fuhren also weiter nach Annweiler am Trifels. Von der Stadt selber haben wir nichts gesehen, denn wir suchten uns gleich einen Parkplatz am Kurpark um die Burg zu erwandern. Die Höhenburg, in der der englische König Richard Löwenherz gefangen gehalten wurde, steht auf einem dreifachen Felsen. Daher auch der Name Trifels. Durch den Wald führte der Weg uns entlang des Annweilerer Burgenweges. Die gelb-grünen Markierungen machten es uns einfach und wir stiegen immer weiter bergan. Unterhalb der Burg befindet sich ein Parkplatz und Einkehrmöglichkeiten. Es ging dann nochmal steiler bergauf bis wir direkt unter den wuchtigen Mauern standen. Natürlich wollten wir die Burg Trifels auch besichtigen. Wir zahlten einen Eintritt von 4,50 € pro Person und konnten durch die Burg und die Räumlichkeiten schlendern. Die Ausstellung "Macht und Mythos" gibt einen Einblick in die Geschichte der Burg und deren Bewohner. Der Ausblick von oben ist ebenfalls gigantisch und wir hatten einen tollen Rundumblick. Zu sehen sind die beiden Burgruinen Anebos und Scharfenberg sowie natürlich der Blick auf Annweiler und den Pfälzer Wald. Auf gemütlichem Weg ging es im Anschluss zurück zum Parkplatz.  

Camping direkt am Badesee

Wir wollten noch ein paar Tage im Pfälzer Wald verbringen und versuchten unser Glück beim --> Campingplatz Neudahner Weiher. Pünktlich zu den Öffnungszeiten standen wir an der Anmeldung. Vor uns warteten bereits etliche andere Camper, die ebenfalls noch einen Platz suchten. Als wir endlich an der Reihe waren, gab es nur noch wenige Plätze auf einer etwas abseitsgelegenen großen Wiese. Hm, na gut. Direkt am Wasser zu stehen wäre natürlich schöner, aber wir hatten auch keine Lust weiterzufahren und einen anderen Platz zu suchen. Da etwas nicht passte ging ich nochmal zurück zur Anmeldung und - was für ein Glück - es wurde ein Platz direkt am Eingang auf einem kleinen Wiesenstück am Wasser frei. Zack, da mussten wir nicht lang überlegen und parkten umgehend um. Der Campingplatz ist ruhig gelegen, mitten in der Natur.  Die Sanitäranlagen waren modern und vorbildlich. Ein Highlight war natürlich der Badeweiher direkt vor unserer Tür. Mit 25 € pro Nacht war der Campingplatz zwar auf unserer Reise der teuerste Platz, aber er ist wirklich schön, die Betreiber sind freundlich und sehr aufmerksam und wir können ihn nur weiterempfehlen.

Dahner Felsenland

Wir befanden uns mitten im --> Dahner Felsenland. Kein Wunder also, dass es ringsherum Felsen gibt. Noch am gleichen Abend machten wir eine kurze Erkundungstour. Nur wenige Minuten vom Campingplatz entfernt, führte ein Weg hoch zur Burgruine Neudahn. Hier erwarteten uns schon die ersten felsigen Ausblicke und wir stiegen durch das Felsentor weiter hinauf. Kurz darauf erreichten wir die Burg und inspizierten diese erst einmal. Über eine Wendeltreppe gelangten wir hoch. Es machte Spaß die Gemäuer zu erkunden und der Ausblick von oben war ebenfalls toll. Weiter ging es dann durch den Wald und wir erreichten zwei skurrile Felsformationen. Den Hexenpils sowie den Satansbrocken. Ab hier wurde die Wanderung etwas spannender und über schmaler werdende Pfade ging es dann zum Elwetritschefelsen, einem schönen Aussichtspunkt. Auf einem schmalen Waldsteig stiegen wir durch Felsen und über Wurzeln bergab. Zum Schluss wanderten wir durchs Moosbachtal, immer entlang des Moosbachs auf ebenem Weg zurück zum Campingplatz. Die ca. 5 km lange Tour war ein schöner Abschluss zum Abend und wir konnten uns schon einen ersten Eindruck von dieser tollen Landschaft hier im Felsenland machen bevor es am nächsten Tag auf die wirklich große Tour gehen sollte. 

Der Dahner Felsenpfad

Am nächsten Morgen starteten wir unsere Wanderung auf dem --> Dahner Felsenpfad. Die Tour ist mit 12.3 km ausgeschrieben. Wir liefen aber wieder am Campingplatz los und hatten somit noch extra Kilometer bis zum Einstieg der Tour auf dem Hin- und Rückweg zu laufen. Die Rundtour weist 15 markante Felsformationen auf. Wir stiegen an der Nummer 5 des Weges ein. Es sollte ein recht anstrengender Tag werden. Auf schön angelegten Wegen durchwanderten wir - hauptsächlich im Wald - diese kontrastreiche Felsenlandschaft. Mal waren die Wege schmaler und spannender und es ging zum Teil durch schöne mit Steinen durchspikte Pfade, dann wurden sie wieder breiter und wir machten Strecke auf Forststraßen. Jedoch begleitete uns immer ein stetiges auf und ab. Einem Anstieg folgte fast immer wieder ein Stück bergab und somit auch irgendwann wieder ein Stück bergauf. Genau das und die Länge der Strecke machte es schweißtreibend. Aber der Weg war wirklich beeindruckend. Immer wieder gab es etwas Neues zu entdecken. Felsformationen wie Mooskopf, Ungeheuerfelsen, Braut und Bräutigam oder der Schillerfelsen, Aussichten von zum Beispiel dem Pfaffenfels oder einfach nur ein ruhiges Stück zum verschnaufen durch den Wald, machten diesen Tour wirklich sehens- und erlebenswert.   

 

Der Tag war heiß und durch das Auf- und Ab waren wir verschwitzt. Perfekt, dass wir direkt vor dem eigenen Camper einen Badesee hatten. Nach einer erfrischenden Abkühlung entspannten wir den Nachmittag vorm Camper Van. Gegen Abend zog es uns doch nochmal hinaus und wir unternahmen eine kleine Radtour. Auf der sogenannten Seerosen Runde entdeckten wir noch mehr vom Umland. Fotos haben wir keine gemacht, sondern einfach nur das Radeln genossen. Am Abend konnten wir nach diesem kleinen Triathlon perfekt einschlafen. 

Kurzbesuch im Elsass

Puh! Es war bereits am Morgen sehr warm. Nach den vorherigen Unternehmungen wollten wir nicht viel machen. Wir entschieden uns auf Sightseeing Tour zu gehen. Wir befanden uns im Süden der Pfalz, gleich an der Grenze zu Frankreich. Warum nicht einen kurzen Abstecher dorthin machen? Schnell war ein geeignetes Ziel gefunden. Wir wollten Wissembourg entdecken. Auf einem großen Parkplatz in Altstadtnähe stellten wir unseren Camper ab und gingen zu Fuß weiter. Die Altstadt ist zum Teil noch mit einer Stadtmauer umschlossen. Aufgrund der Größe fiel gleich die Abteikirche St. Peter und Paul auf. Aber auch am sogenannten Salzhaus aus dem 15. Jahrhundert sowie an vielen weiteren schönen Häusern kamen wir vorbei. Ein Spaziergang am Lauterkanal durfte nicht fehlen. Wissembourg hat wirklich eine tolle kleine Altstadt, die uns sehr gefallen hat. Bereits mehrmals hatten wir eine Reise durch das Elsass geplant. Dieser Kurzbesuch bestärkte uns nochmal darin, diesen Plan im Hinterkopf zu behalten. 

 

Es geht wieder Richtung Heimat

Kennt ihr das auch? Irgendwann ist die Luft raus. Nachdem wir aus Frankreich zurück in Deutschland waren und der Tag immer heißer und schwüler wurde, entschieden wir uns in der Nähe einen Stellplatz zu suchen und den restlichen Tag auszuruhen und gemütlich zu verbringen. Wir wurden in Dierbach beim --> Familienweingut Geiger fündig. Der Stellplatz war allerdings riesig und bereits mit vielen großen weißen Kisten belegt. Da fiel der kleine rote Fred richtig auf. Der Chef half uns bei der Auswahl des Stellplatzes und wir entschieden uns für einen Schotterstellplatz ganz am Rand. So konnten wir den Blick auf die Weinberge genießen und waren zumindest ein bisschen abgeschottet. Toiletten und Duschen waren auch hier vorhanden, allerdings viel zu wenig für die Menge an Campern und so waren diese an diesem heißen Tag ständig belegt. 

Nachdem die Hitze nachgelassen hatte, machten wir uns auf den Weg zum Weingut. Zum Urlaubsabschluss wollten wir es uns nochmal gut gehen lassen und bestellten uns deftiges, aber sehr leckeres Essen sowie eine kleine Weinprobe mit Käseplatte zum Abschluss. Es wurde spät, denn wir saßen noch lange mit einem Pärchen zusammen und unterhielten uns über unsere Reisen. 

 

Am nächsten Tag mit einem leichten Kopfschmerzgefühl planten wir nur noch die Rückfahrt. Da wir noch einen Tag Zeit hatten und wir noch nicht direkt nach Hause wollten, machten wir nochmal einen Zwischenstopp auf einem Campingplatz unweit der Autobahn. Den Stopp hätten wir uns eigentlich sparen können, denn unternommen haben wir wirklich nichts mehr. Aber so mussten wir nicht die komplette Strecke an einem Tag nach Hause fahren und konnten zudem nochmal duschen, chillen und uns ein wenig von den zum Teil recht anstrengenden Tagen erholen. Statt Wein gab es nun auch wieder ein gut gekühltes Bierchen. Der --> Campingplatz Waldpark Hohenstadt hat sich für diesen kurzen Halt recht gut angeboten. Es war so gut wie nichts los. Allerdings befinden sich viele Dauercamper auf diesem Platz. Wir hatten uns auch hier eine ruhige und einsame Ecke gesucht. Toiletten waren in direkter Nähe. Zu den Duschen mussten wir ein Stück gehen, aber sie waren ordentlich und sauber. 

 

Die vor uns liegende Strecke am nächsten Tag war dann ein Klacks und wir hatten den restlichen Sonntag Zeit zum Ausräumen, Wäschewaschen und wieder zu Hause ankommen. 

Uns hat die kleine Tour durch die Pfalz wirklich gut gefallen. Oftmals empfindet man diese Gegenden als eingestaubt und langweilig. Das muss aber nicht der Fall sein. Es gibt viel zu entdecken und wer gerne in der Natur unterwegs ist, kann hier aus dem Vollen schöpfen. 

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