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Campervan Roadtrip Deutschland - der wilde Osten Teil 1

Im Frühsommer 2025 begaben wir uns auf einen Roadtrip in den wilden Osten Deutschlands. Von Bayern fuhren wir über Thüringen nach Sachsen und wieder zurück nach Bayern. Wir erlebten tolle Städte, probierten uns durch die Bierwelt Frankens und ließen uns die Spezialitäten der Regionen schmecken. Wanderung und Radtouren brachten uns die Natur näher und ließen uns besondere Orte entdecken. 
Unsere Reise führte uns von malerischen Flüssen und historischen Städten in Bayern wie Kelheim und Regensburg direkt in die Genussregion Oberfranken rund um Kulmbach und Coburg. Danach ging es vorbei an mystischen Schauplätzen in Thüringen bis zu den Weinbergen und prächtigen Schlössern in Sachsen rund um Meißen und Moritzburg. Jeder dieser Stopps - oft kombiniert mit idyllischen Landvergnügen-Stellplätzen - zeigte uns die Vielfalt dieser Regionen von ihrer schönsten Seite.  

Allerdings wussten wir zu der Zeit noch nicht, dass dies die letzte Tour mit unserem Campervan Fred sein sollte. Das machte die Fahrt im Nachhinein zu etwas ganz Besonderem.

An der Donau in Kelheim

Den ersten Stopp legten wir in Kelheim ein. Wir kamen erst am frühen Abend an und parkten auf einem einfachen Schotterplatz gleich neben dem großen Volksfestplatz mit Blick auf die Befreiungshalle. Unsere Nacht war ruhig, sie kann aber auch durch Autoposer auf dem großen Parkplatz gestört werden, wie wir in Rezensionen gelesen hatten. Eine Ver- und Entsorgung ist vorhanden sowie öffentliche, aber sehr saubere Toiletten. Gleich hinter diesem Platz befindet sich ein neu angelegter Wohnmobilstellplatz, der parzelliert ist. Beide kosten aktuell 13 Euro. Wir zahlten an einem Parkautomaten und spazierten im Anschluss in rund 10 Minuten auf einem kleinen Weg entlang des Bräugrabens zum Biergarten der Schneider Weißbierbrauerei. Dort aßen wir deftig zu Abend und genossen das ein oder andere Bier. 
Am nächsten Morgen spazierten wir in den Ort und streiften durch die noch einsamen Gassen. Wir suchten einen Bäcker, damit wir für unser Frühstück einkaufen konnten. Dem leckeren Duft nach frisch Gebackenem folgend, fanden wir etwas versteckt liegend in einer kleinen Passage "Da Bäck´vo´Randeck". Das was wir noch ergattern konnten war ausgesprochen lecker, aber das meiste war tatsächlich bereits reserviert. Tipp: Wenn ihr die leckeren Backwaren aus dem Holzofen kosten möchtet, bestellt am besten vor.
Nach einem ausgiebigen Frühstück wollten wir zur bekanntesten Sehenswürdigkeit Kelheims. Mit dem Schiff wollten wir zum Donaudurchbruch und zum weltberühmten Kloster Weltenburg, welches eine fast 1000-jährige Brauereigeschichte aufweist. Vom Stellplatz sind es nur wenige Meter zur Schiffsanlegestelle. Wir wurden allerdings enttäuscht, denn aufgrund von Niedrigwasser war es nicht möglich den Fluss zu befahren. Irgendwas ist doch immer. So müssen wir wohl irgendwann nochmal wiederkommen. 

Welterbe-Stadt Regensburg

Wir fuhren weiter in das nur dreißig Minuten entfernte Regensburg. Die mittelalterliche Altstadt sowie der Stadtteil Stadtamhof der bayerischen Stadt an der Donau gehören zum UNESCO Weltkulturerbe. Wahrzeichen sind die aus dem 12. Jahrhundert stammende Steinerne Brücke sowie der gotische Dom, der im 13. Jahrhundert erbaut wurde. 
Die Parkplatzsuche mit dem Camper war nicht einfach und gute Übernachtungsmöglichkeiten haben wir auch nicht gefunden. Schlussendlich ergatterten wir eine Parklücke auf einem kleinen Parkplatz, der aber grundsätzlich nicht für Wohnmobile zu empfehlen ist und gingen auf Erkundungstour. Mit Hilfe der App Lauschtour kamen wir an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten vorbei und erhielten nebenbei noch jede Menge Infos. So entdeckten wir unter anderem die Porta Praetoria, die noch erhaltenen Reste eines Tores des ehemaligen römischen Legionslagers aus dem 2. Jahrhundert. Sehenswert ist auch das alte Rathaus am Rathausplatz sowie der große Haidplatz mit seinen Gebäuden aus den unterschiedlichsten Jahrhunderten. 
Einen kleinen Mittagssnack gönnten wir uns aus der Historischen Wurstkuchl. Sie gilt als die älteste Bratwurststube der Welt. Seit über 500 Jahren werden hier hausgemachte Würstl über Holzkohle gegrillt und mit Sauerkraut und Senf nach historischem Rezept serviert. Nachdem wir uns die andere Seite der Donau und den Stadtteil Stadtamhof angeschaut hatten, kehrten wir im großen Biergarten der Spitalbrauerei ein und ließen uns ein erfrischendes Bier schmecken. 

Geheimtipp: Künstlerort Kallmünz

Rund dreißig Minuten nordwestlichen von Regensburg befindet sich der Künstlerort Kallmünz. Geplant war es dort mit dem Camper auf einem kostenlosen Parkplatz Am Schmidwöhr zu übernachten. Problem war allerdings, dass dieser nur in der Woche anfahrbar ist und am Wochenende die Durchfahrt durch die Altstadt gesperrt ist. 
Wir fanden einen Parkplatz am Kindergarten und begnügten uns damit das Örtchen auf einem kurzen Streifzug zu erkunden. Für einen Besuch der Burgruine Kallmünz, die hochgelegen das Ortsbild prägt, blieb leider keine Zeit mehr. Dennoch konnten wir die schöne Kulisse, die der Zusammenfluss der beiden Flüsse Naab und Vils hier bieten ausreichend erkunden. Ein Streifzug durch die übersichtliche kopfsteingepflasterte Altstadt führte uns an einer Besonderheit vorbei: das Haus ohne Dach. Es befindet sich direkt in einer Felswand und ist ein kurioser Anblick. Auch hier gibt es eine steinerne Brücke im historischen Ortskern, die direkt zum historischen Rathaus führt, indem sich das Tourismusbüro befindet. 

Nachdem wir uns mit Leckereien aus der Schmalzkuchel versorgt hatten, übrigens ein absoluter Geheimtipp, zog es uns auch schon wieder weiter und wir machten an diesem späten Nachmittag noch ordentlich Strecke. 

Landvergnügen in Oberfranken

Für die Nacht hatten wir uns einen Platz über den Stellplatzführer Landvergnügen auf einem Bauernhof gesichert. Nach rund zwei Stunden Fahrt befanden wir uns mittlerweile in Oberfranken. Der etwas abenteuerliche Anfahrtsweg brachte uns zu einem ruhigen Stellplatz für die Nacht mitten in der Natur. Hier konnten wir nicht nur den Weitblick auf unser nächstes Ziel, sondern auch die tollen Produkte aus dem Hofladen genießen. Nach einem ausführlichen und interessanten Gespräch mit unserem Gastgeber vertraten wir uns noch die Beine, beobachteten die Tiere und entspannten in dieser herrlichen Naturkulisse. 

Kulmbach und die Plassenburg

Am nächsten Morgen sahen wir uns die Stadt Kulmbach an. Wir parkten oben auf einem zentralen Parkplatz mit Tiefgarage. Dieser ist am Sonntag sogar kostenlos. Da wir früh da waren gab es ausreichend Platz und wir befanden uns direkt in der Altstadt. Zunächst gönnten wir uns einen heißen Kaffee im Soffi´s - Café am Markt und begaben uns im Anschluss mit Hilfe eines Stadtplans auf einen Erkundungsspaziergang durch die hübsche Altstadt. Wir spazierten entlang historischer Gebäude bis hinauf zum Wahrzeichen der Stadt, der Plassenburg
Von außen gleicht sie einer Festung, im Innenbereich einem Fürstenhof. Es können gleich vier Museen besucht werden: das Museum Hohenzollern mit Zimmern der Markgrafen, das Armeemuseum Friedrich der Große, das Landschaftsmuseum Obermain sowie das Deutsche Zinnfigurenmuseum. In letzterem kann die größte Sammlung von Zinnfiguren in Deutschland sowie ein Diorama mit den meisten Figuren weltweit bestaunt werden. 

Nach so viel Entdeckungen kehrten wir am Mittag zur Stärkung im Kulmbacher Kommunbräu ein. Herzhafte Wirtshausküche und süffiges Bier machte uns wieder munter für die nächsten Aktivitäten. 

Felsengarten Sanspareil

Mehr durch Zufall kamen wir am Felsengarten Sanspareil der Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth vorbei. Sie war die Schwester von Friedrich dem Großen und der Name der parkähnlichen Anlage entstand aus dem Ausspruch "C´est sans pareil!" - "Das ist unvergleichlich!". Auf einem Spaziergang durch den im 18. Jahrhundert angelegten Garten in einem Buchenwald konnten auch wir die ungewöhnlichen Felsformationen, Höhlen und Aussichten erleben.
Einem Hinweisschild folgend, legten wir einen kleinen Kaffee Stopp im Paradiescafé ein, welches sich auf eine Pferdehof befindet. In einem gemütlich eingerichteten Garten entspannten wir im Schatten der Bäume und beobachteten die Ponys. 
Vorbei am morgenländischen Bau gelangten wir zur Burg Zwernitz, die sich ganz in der Nähe befindet. Sie wurde das erste Mal im 12. Jahrhundert erwähnt und diente später den Bayreuther Markgrafen als Amtssitz. Neben einem tollen Ausblick von der Burg, finden Besucher auch eine Dokumentation zur Geschichte der Burg und des Ortes Sanspareil vor. 

Landvergnügen auf dem Bauernhof

Auch in dieser Region fanden wir einen Übernachtungsplatz über Landvergnügen. Neben der Haltung von Milchkühen und Mastrindern wird auf diesem Hof auch Einkorn und Roggen für die eigene Backstube angebaut. Das Sauerteigbrot aus dem Holzbackofen ist beliebt und schnell vergriffen. Wir ließen uns Semmeln, die wir direkt im Hofladen aufbacken konnten schmecken. Aber auch selbstgemachte Nudeln sowie weitere regionale Produkte sind im gut sortierten Hofladen zu finden.
Leider konnte ich den abendlichen Spaziergang mit traumhaften Sonnenuntergang nicht genießen, da ich ordentliche Zahnschmerzen bekam. Nach etlichen Telefonaten und mit Hilfe unser Gastgeber bekam ich am nächsten Morgen nach langem Hin- und Her einen Termin bei einer Zahnarztpraxis und ließ eine Wurzelbehandlung über mich ergehen. Autsch! 

Kloster Banz

Auf dem Rückweg vom Zahnarzt fuhren wir am Kloster Banz vorbei. Wir hatten es schon von Weitem oben auf einem Hügel, dem sogenannten Banzberg thronen gesehen und waren neugierig. Ein großer Parkplatz ermöglicht auch das bequeme Parken mit einem Wohnmobil. Das ehemalige Benediktinerkloster ist heute ein Bildungs- und Begegnungszentrum. Mit Ausnahme der Außenanlagen sahen wir allerdings nicht viel und machten uns schon bald wieder auf den Weg. Das Kloster kann bei einer Führung besichtigt werden. Als wir dort waren, wurden jedoch keine angeboten. Rund um das Kloster bieten sich zahlreiche Wandermöglichkeiten mit herrlichem Blick über die Landschaft. Wir hatten uns allerdings bereits eine andere Wanderung herausgesucht. Zu deren Ausgangspunkt wir als nächstes fuhren.  

Wanderung auf den Staffelberg

Wir parkten auf dem kostenlosen Wanderparkplatz Staffelberg Loffeld. Allerdings sollte man gerade am Wochenende früh dort sein. Der Platz ist begrenzt und ein beliebter Startpunkt für die Wanderung auf den Staffelberg. Rund um Bad Staffelstein gibt es zahlreiche Wanderwege, unter anderem drei spezielle Brauereiwanderwege. Das Bier spielt in der Region eine große Rolle, denn es gibt gleich elf Brauereien in der näheren Umgebung. Allerdings sollte man die unterschiedlichen Öffnungszeiten im Auge behalten. Es kann sein, dass auf einer Wanderung nur einige der Brauereien geöffnet haben. 
Wir begnügten uns aufgrund der Zahngeschichte mit einer Wanderung zum Wahrzeichen Frankens - dem Staffelberg. Der markante Felsen ist schon von Weitem zu sehen und ein beliebtes Ausflugsziel. Auch wir erklommen den "Berg der Franken" auf idyllischen Wegen. Wir waren an diesem Tag fast alleine unterwegs. Das besondere Hochplateau bietet eine herrliche Aussicht ins Tal. Neben der Adelgundiskapelle befindet sich hier oben auch die Staffelbergklause, die mit deftigen Brotzeiten und Bier aufwartet. Es lohnt sich also die Wanderschuhe zu schnüren und sich an diesen sagenumwobenen Ort zu begeben.

Stadtrundgang Bad Staffelstein

Nach unserer Wanderung auf den Staffelberg ging es für uns noch in die Altstadt von Bad Staffelstein. Unser Wohnmobil parkten wir in der Nähe einer Schule und einem Sportplatz. An der Obermain Therme befinden sich allerdings auch zwei Wohnmobilstellplätze und ein größerer Campingplatz.  
Wir spazierten am einzigen noch erhaltenen Stadttor, dem Bamberger Tor vorbei und erreichten das sehenswerte Rathaus. Am Landwirtschaftsamt vorbei kamen wir zum Stadtmuseum im ehemaligen Schulhaus. Hier können archäologische Funde vom Staffelberg bestaunt werden, aber auch Informationen zur Stadtgeschichte sowie zum berühmtesten Sohn der Stadt, Adam Ries in Erfahrung gebracht werden. Der berühmte Rechenmeister wurde 1492 in Bad Staffelstein geboren und soviel sei bereits gesagt, er begegnete uns auf unserer Reise ein weiteres Mal. 

In der Bahnhofsstraße kehrten wir dann noch in die neueste Brauerei Staffelsteins ein. Wir ließen uns ein frischgezapftes Bier im Ban Bräu schmecken. Den Kurbereich des Ortes und die Staffelsteiner Seenplatte ließen wir dieses Mal links liegen. Wir müssen ja einen Grund haben noch einmal wiederzukehren. Stattdessen verabschiedeten wir uns von der Bierstadt Bad Staffelstein und fuhren rund dreißig Minuten weiter. 

Entzückendes Kleinod Seßlach

Grund für die Weiterfahrt war, dass wir einen Campingplatz suchten um dort duschen und den Campervan ver- und entsorgen zu können. Auf dem Camping Sonnland in Seßlach wurden wir fündig. Auf dem hübsch angelegten Patz mit eigenem Schwimmteich konnten wir die Seele baumeln lassen. 
Am späten Nachmittag spazierten wir aber noch in den nicht weit entfernten Ortskern von Seßlach und machten eine für uns tolle Entdeckung. Wir waren sogleich fasziniert und fanden uns im Mittelalter wieder. Die "Perle im Coburger Land" ist noch heute von einer komplett intakten Stadtmauer umgeben. Im Inneren befinden sich zahlreiche historische Gebäude. Nicht verwunderlich, dass der historische Stadtkern Drehort von Filmen wie Luther und der Räuber Hotzenplotz war.  

Coburg und die Veste Coburg

Als nächstes besuchten wir die schöne Stadt Coburg. Wir parkten auf einem großen Parkplatz gegenüber des Schwimmbads Aquaria. Ganz in der Nähe befindet sich auch der offizielle Wohnmobilstellplatz. Von dort erreichten wir in rund fünfzehn Minuten Fußmarsch die historische Altstadt. Es lohnt sich auf Entdeckungstour zu gehen, denn Coburg hat viele Sehenswürdigkeiten zu bieten. Der Weg führte uns direkt zum Marktplatz, der zu einem der schönsten Plätze Deutschlands zählt. Hier fanden wir bunte Fachwerkhäuser, das Stadthaus und das sehenswerte Rathaus vor. Auf dem Giebel des Rathauses wacht das Bratwurstmännle über das richtige Bratwurstmaß. Für diese Spezialität ist die Stadt bekannt und auch wir ließen es uns nicht nehmen eine traditionelle Coburger Bratwurst, die über Kiefernzapfen gegrillt wird, zu probieren. Ein paar Meter weiter befindet sich die Feinbäckerei Feyler, die bekannt für ihre "Coburger Schmätzchen" ist. Daran konnten wir nicht vorbei gehen. Obwohl es Frühsommer war, haben uns die süßen Lebkuchen geschmeckt. Zum Abschluss unserer kulinarischen Exkursion durfte ein erfrischendes Bier im Biergarten des Prinzengarten nicht fehlen. 
Nur wenige Schritte weiter erreichten wir den Schlossplatz mit dem Schloss Ehrenburg. Diesen eindrucksvollen Anblick hatten wir nicht erwartet. Die ehemalige Stadtresidenz der Coburger Herzöge befindet sich am Fuße des Coburger Hofgarten. Etliche Wege führen stetig bergauf zu einer der größten Burganlagen Deutschlands. Die hoch über der Stadt thronende Veste Coburg gilt als eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Anlagen Deutschlands. Einst war der Reformator Luther hier zu Gast. Heute befindet sich dort eine bedeutende kunst- und kulturgeschichtliche Sammlung. Der Innenhof sowie die Außenbereiche der Veste sind frei zugänglich, einzig die Kunstsammlungen kosten Eintritt.
Nach unserem Besuch der Burg erreichten wir über einen kleinen Wanderweg durch den Wald bald darauf wieder unseren Parkplatz.

Kronach und die Festung Rosenberg

Wir befanden uns immer noch in Oberfranken ganz im Norden von Bayern, begaben uns aber so langsam in Richtung eines anderen Bundeslandes. Zuvor statteten wir der rund dreißig Kilometer von Coburg entfernten Stadt Kronach einen Besuch ab. Wir waren an einem Wochentag, allerdings am späten Nachmittag dort, aber irgendwie wirkte die Stadt wie ausgestorben. Dennoch gab es in der Oberen Stadt, der historischen Altstadt so einiges zu entdecken. Bekannt ist Kronach vor allem durch den bedeutenden Renaissance-Maler Lucas Cranach. Unserer Stadtrundgang führte uns immer weiter bergauf bis wir die hoch über der Altstadt liegende Festung Rosenberg aus dem 13. Jahrhundert erreichten. Besonders ist, dass sie nie erobert oder besiegt wurde. von hier oben bot sich uns ein sagenhafter Ausblick auf die Altstadt. Nach einem Kaffee und Kuchen Stopp in der Bastion Marie zog es uns weiter und wir fuhren über die Landesgrenze nach Thüringen.  

Übernachtung im Thüringer Schiefergebirge

Über einsame Straßen querten wir den bekannten Rennsteig und kamen ins Thüringer Schiefergebirge. Wir übernachteten abermals bei einem Landvergnügen Hof. Der Stellplatz in einem Tal etwas außerhalb des Ortes lag ruhig an einem kleinen Bächlein. Die Besonderheit erschloss sich uns erst etwas später, denn wir erhielten von unserem sehr freundlichen Gastgeber eine ausführliche Führung durch die komplett restaurierte und funktionstüchtige Mühle aus dem 17./18. Jahrhundert. Obwohl wir direkt an einer Straße standen, war die Nacht ruhig und wir konnten erholt und ausgeruht in den nächsten Tag starten.  

Ab unter die Erde im Schaubergwerk Morassina

Einem Tipp unseres Gastgebers folgend, besuchten wir am nächsten Vormittag das nur fünfzehn Minuten entfernte Schaubergwerk Morassina. Die etwas abenteuerliche Anfahrt brachte uns zu einem kleinen versteckt liegenden Schmuckstück. Die Höhle kann nur im Zuge einer Führung besucht werden. Diese war unterhaltsam und lehrreich zu gleich. Uns erwartete eine Kombination aus Tropfsteinhöhle mit bizarren Formen, die die Natur geschaffen hatte, sowie einem Bergbaudenkmal. Im kleinen Museum und Shop im Eingangsbereich konnten wir im Anschluss noch diverse Bergbauwerkzeuge begutachten und Informationen zum Abbau und der Nutzung von Erdfarben nachlesen. Ein kleines Schlückchen Kräutertee und Kräuterlikör gab es noch obendrauf. Ein toller Ausflug, den wir nur empfehlen können. 

Stippvisite in Saalfeld

Unseren nächsten Stopp in Thüringen legten wir in Saalfeld/Saale ein. Eigentlich wollten wir hier die Feengrotten besuchen, aber entschieden uns aus verschiedenen Gründen doch dagegen. Somit haben wir einen Grund nochmal wieder zu kommen. 
Aber auch die Altstadt von Saalfeld ist einen Besuch wert. Wir erkundeten mittelalterliche Gebäude, spazierten über sehenswerte Plätze und bestaunten Stadttore und das prunkvolle Renaissance-Rathaus. Zum Mittag ließen wir uns eine Thüringer Bratwurst schmecken. 

Wein und Radeln an der Unstrut

Unseren nächsten Übernachtungsplatz fanden wir wieder mit Landvergnügen. Dieses Mal standen wir auf einem Weingut zwischen Naumburg (Saale) und Freyburg (Unstrut). Wir standen in einem ruhigen Innenhof ganz für uns alleine. Nach einer ausführlichen Weinprobe und dem Erwerb von einigen Weinflachen machten wir noch eine Radtour in die schöne Umgebung. 
Wir fuhren an den Flüssen Saale und Unstrut entlang nach Freyburg. Die Region ist ein beliebtes Weingebiet. Was wir allerdings nicht wussten, war, dass hier eine der bekanntesten Sektkellereien ihren Hauptsitz hat. Das wollten wir uns am nächsten Tag nochmal etwas genauer ansehen. Am späten Nachmittag begnügten wir uns mit einem kleinen Spaziergang durch den Ort. Wir tappten in Dreharbeiten der ARD-Serie "Zwei Frauen für alle Felle" und entschieden uns zu einem frühen Abendessen im Gasthaus Alt Freyburg

Rotkäppchen und Schloss Neuenburg in Freyburg Unstrut

Am nächsten Vormittag fuhren wir also noch einmal nach Freyburg (Unstrut) und besuchten die Rotkäppchen Erlebniswelt. Hier traf historische Sektkellerei auf eine moderne und interaktive Ausstellung, die uns jede Menge Spaß bescherte. Das Eintrittsgeld war gut investiert und wir erfuhren allerhand über die Sektherstellung und Geschichte des Unternehmens. Interaktive Stationen machten den Besuch abwechslungsreich und spaßig, so fochten wir unter uns aus, wer der bessere Rüttler am Rüttelpult war und machten lustige Schnappschüsse mit Rotkäppchen Accessoires. Zum Abschluss gab es noch ein Gläschen Sekt im gemütlichen Barbereich. Ein Besuch im Fan-Shop durfte nicht fehlen und wir erwarben den ein oder anderen edlen Tropfen. 

Damit endete unser Besuch der Stadt allerdings noch nicht. Oberhalb thront das Schloss Neuenburg. Wir ließen es uns nicht nehmen hinaufzuwandern und die Anlage zu besichtigen. Die Neuenburg stammt aus dem 11. Jahrhundert und ist eine der größten Burgen Deutschlands. Bereits Kaiser Barbarossa wandelte durch diese Räume. Neben dem Burgmuseum können auch ein Weinmuseum und eine Uhrenausstellung bewundert werden. Ein Besuch lohnt sich. 

Verwandtschaftsbesuch in Leipzig

Nur rund eine Stunde Fahrt von Freyburg (Unstrut) entfernt befindet sich Leipzig. Wir hatten uns zu einem kleinen Verwandtschaftstreffen verabredet und trafen uns im Bayerischen Bahnhof & Gosebrauerei Leipzig. Bei kurzweiligen Gesprächen, süffigem Bier und einem schmackhaften Mittagessen verging die Zeit wie im Fluge und es wurde Zeit uns einen Übernachtungsplatz zu suchen. 
Wir fanden einen Stellplatz ganz in der Nähe, abermals über Landvergnügen. Dieses Mal fuhren wir zu einem Hofladen. Die Besitzer, selber Camper, wissen worauf es ankommt und so gönnten wir uns nach einem umfangreichen Einkauf im Hofladen und einem ausführlichen Schwatz noch eine heiße Dusche bevor wir müde ins Bett fielen. 

Die Stadt des Porzellans - Meißen

Ein besonderes Highlight dieses Roadtrips war für uns die Stadt Meißen in Sachsen. Hier erwarteten uns direkt an der Elbe neben der historischen Altstadt der Dom zu Meißen sowie die Albrechtsburg und der Burgberg, welche das Wahrzeichen der Stadt sind. Die berühmte Porzellan-Manufaktur Meissen ist die älteste Manufaktur Europas und machte die Stadt weltbekannt. Es gibt ein Kombi-Ticket mit dem auch die Albrechtsburg besucht werden kann. Dafür sollte allerdings ein kompletter Tag veranschlagt werden. Wir lernten allerdings nur die Albrechtsburg etwas genauer kennen. Auf der Entdeckungsreise durch die Burg nutzten wir sogenannte HistoPads. Mit Hilfe der Tablets wurde uns die Historie in 3D Augmented Realtity näher gebracht. Das bedeutet, dass die realen Räumlichkeiten mit digitalen Inhalten ergänzt wurden, sodass wir uns vorstellen konnten wie es hier zu den unterschiedlichsten Jahrhunderten ausgesehen hat. Ein wahres Erlebnis.
Im Anschluss machten wir einen Bummel durch die Altstadt. Wir kauften die besten Zimtschnecken und Rosinen-Brioche in der Bäckerei Brot & Æhre, probierten sächsischen Wein an einem Weinstand auf dem Marktplatz, spazierten die Frauenkirche entlang am Tuchmachertor vorbei die Treppe hinauf zum Buchstabenstein, die Freiheit entlang bis zur Schloßbrücke und erreichten durch das Torhaus den Domplatz. Die Amtsstufen führten uns wieder hinunter zur Altstadt. Dort tranken wir noch einen Cappuccino in der Kaffeerösterei Kaffeeklappe bevor es für uns mit dem Wohnmobil weiter die Elbe entlang ging.  

Weinanbaugebiet Sachsen

Aber auch das Weinanbaugebiet rund um Meißen hat uns überrascht. Auf unserem weiteren Weg besuchten wir einige Weingüter und haben sensationell gute Weine probiert. Das nordöstlichste Weinanbaugebiet Europas zeigte sich uns von seiner besten Seite und wir sind froh diese Entdeckung gemacht zu haben.   

In der Vinothek des Weinguts Schuh entdeckten wir beispielsweise unseren Sommerwein des Jahres, den Rosa Schuh. Vor Ort probierten wir ein Gläschen im hübschen sonnigen Innenhof und nahmen auch gleich ein paar Flaschen für Zuhause mit. 

Einen Übernachtungsplatz fanden wir beim Schloss Wackerbarth nur wenige Kilometer entfernt. Früher residierten dort Grafen, heute befindet sich dort Europas erstes Erlebnisweingut mit Gasthaus, Gutsmarkt und vielen Veranstaltungen. Es gibt einen einfachen, aber ruhig gelegenen Wohnmobilstellplatz auf der anderen Straßenseite ganz in der Nähe der sehenswerten barocken Anlage aus dem 18. Jahrhundert. Der Stellplatz ist allerdings nur von Mai bis Oktober geöffnet. 
Am späten Nachmittag spazierten wir mit einem Glas Rosé-Wein durch die Weinberge zur schönsten Weinsicht Sachsens und ließen den Blick bis nach Dresden schweifen. Ein Besuch lohnt sich nicht nur in den Sommermonaten, auch im restlichen Jahr finden beim Schloss Wackerbarth viele Events statt. 

Karl May in Radebeul

Von unserem Wohnmobilstellplatz unternahmen wir am nächsten Vormittag eine Radtour nach Radebeul. Zunächst führte uns die Strecke durch den historischen Dorfanger Altkötzschenbroda mit seinen hübsch angelegten Plätzen, vielen Gasthäusern und Cafés. An der Friedenskirche entlang fuhren wir bis zur Elbe und weiter zu unserem ersten Ziel, dem Radebeuler Friedhof und zum Grabmal des bekannten Schriftstellers Karl May.  

Nur wenige Minuten entfernt ist mitten in einer Wohnsiedlung das sehenswerte Karl May Museum zu finden. Es befindet sich in der Villa Shatterhand, welche der letzte Wohnsitz des Schriftstellers war und informiert über sein Leben und Schaffen. Im Garten umrundeten wir einen kleinen Teich und gelangten zu einem Blockhaus, der Villa Bärenfett. Dort konnten wir eine Ausstellung über das Leben der nordamerikanischen Indianer bewundern. 
Nach diesem interessanten und informativen Besuch radelten wir Richtung Weinberge. Eine Pause legten wir im Weingut Karl Friedrich Aust ein. Dort genossen wir ein Glas Weißwein in der herrlichen Sonne bevor wir zurück zum Stellplatz fuhren. 

Aschenbrödels Schloss Moritzburg

Von Radebeul fuhren wir zum rund zehn Kilometer entfernten Barockschloss Moritzburg, welches wohl jeder aus dem vorweihnachtlichen Fernsehprogramm kennt. Die Grundmauern gehen auf ein Renaissance-Jagdschloss von Herzog Moritz von Sachsen aus dem 16. Jahrhundert zurück. Daher rührt auch der Name Moritzburg. Zum Barockschloss wurde es allerdings erst im 18. Jahrhundert unter Kurfürst August dem Starken ausgebaut. Internationale Bekanntheit erhielt das Schloss Moritzburg als Drehort des Märchenfilms "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel". Nach einem Spaziergang um den Schlossteich entdeckten wir den Schuh des Aschenbrödels auf einer Treppe. Wie zu erwarten war, passte er nicht.  

Damit endet der erste Teil unseres Deutschland Roadtrips. Von Bayern ging es über Thüringen bis nach Sachsen. Wieder einmal stellten wir fest wie abwechslungsreich und sehenswert Deutschland ist und das es Spaß macht im eigenen Land auf Entdeckungstour zu gehen. Der zweite Teil führt uns noch weiter in den Osten bis an die polnische und tschechische Grenze. Auch dort erkundeten wir tolle Orte und wunderschöne Natur. 

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