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Campervan Roadtrip Deutschland - der wilde Osten Teil 2

Nachdem wir im ersten Teil geschichtsträchtige Altstädte an der Donau und die Elbweine erkundet haben, zieht es uns nun noch ein Stück weiter in den tiefen Osten. Unsere Route führt uns diesmal von der wunderschönen Oberlausitz mit ihren Teichen und dem Zittauer Gebirge bis tief ins geschichtsträchtige Erzgebirge und zurück nach Bayern. Begleitet uns im zweiten Teil voller Naturwunder wie der Rakotzbrücke, beeindruckender Orte wie Görlitz und Annaberg-Buchholz hinein in faszinierende Felsenlandschaften! 

Auszeit auf dem Ziegenhof

Rund eine Stunde Fahrt entfernt vom Schloss Moritzburg entfernt fanden wir eine Übernachtungsmöglichkeit mit Landvergnügen in der Oberlausitz auf einem Ziegenhof. Wir wurden herzlich begrüßt, konnten die jungen Zicklein beim Toben beobachten und unserem Gastgeber beim Melken über die Schulter schauen. Der erworbene Ziegenkäse war ein Gaumenschmaus. Die Nacht hinter dem Hof mit Blick aufs offene Feld war ruhig und entspannt. Nach einem ausgiebigen Frühstück mit den leckeren erworbenen Produkten setzen wir unsere Fahrt fort. 

Bautzen - mehr als nur Senf

Wir fuhren weiter nach Bautzen. Die Stadt an der Spree hat nicht nur einen historischen Altstadtkern, sondern auch sorbische Traditionen und kulinarische Besonderheiten zu bieten. 
Vom Parkplatz wanderten wir zunächst zu einem Aussichtspunkt und erreichten die Altstadt im Anschluss über zahlreiche Treppen. Wir kamen an Türmen, Toren und Kirchen vorbei. Nicht umsonst wird Bautzen auch die Stadt der Türme genannt. Das Sorbische Museum vermittelt Informationen über die Geschichte, Lebensweise und Sprache der Sorben. Uns sind auf der Herfahrt bereits die zweisprachigen Straßenschilder aufgefallen, wobei wir erst jetzt herausfanden, dass es sich um sorbische Namen handelte.

Der Bautz´ner Senf ist weit über die Stadtgrenzen bekannt. Leider waren wir an einem Sonntag dort und konnten den Senfladen mit angeschlossenem Museum nicht besuchen. Auch ein traditionell sorbisches Restaurant hatte an diesem Tag zu. Ein Grund mehr nochmal nach Bautzen zu kommen. 

Naturerlebnis Guttauer Teiche

Rund zwanzig Minuten von Bautzen entfernt befinden sich die Guttauer Teiche. Sie sind Teil des Biosphärenreservats Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. Wir parkten am Besucherzentrum Haus der tausend Teiche und wechselten auf die Räder, um diese besondere Natur zu entdecken. Zum Teil fuhren wir entlang des Naturlehrpfades an zahlreichen Teichen, an Aussichtspunkten und Informationstafeln vorbei, dann ging es durch Wald und Wiese und zum Teil auf der Straße zurück zum Ausgangspunkt. Eine gelungene Radtour, auch wenn das Wetter nicht ganz mitspielte und es immer mal wieder nieselte.  

Rhododendronpark Kromlau und die Rakotzbrücke

Nachdem wir unsere Radtour einigermaßen trocken hinter uns brachten, fuhren wir bei strömenden Regen weiter. Die Nacht verbrachten wir in der Nähe unseres nächsten Zieles auf einem privaten Stellplatz, den wir über Park4Night gefunden hatten. Die Einladung den Abend mit der Familie und Freunden im Gartenhaus bei Bier und Pizza zu verbringen, schlugen wir nicht aus und so wurde es recht unterhaltsam und spät. 
Am nächsten Morgen schwangen wir uns gleich wieder auf die Räder und fuhren in den wenige Kilometer entfernten Rhododendronpark Kromlau. Es war noch früh, die Wolken hingen tief und es tröpfelte immer noch leicht, aber genau das bescherte uns eine ganz besondere Atmosphäre beim Durchstreifen des Parks. So früh am Morgen und bei dem Wetter hatten wir den Park für uns allein. An der bekannten Rakotzbrücke angelangt, durfte das obligatorische Foto nicht fehlen bevor wir uns wieder auf den Rückweg machten. Wir hatten noch einiges vor. 

Der Muskauer Park - ein UNESCO Welterbe

Wir fuhren weiter Richtung polnische Grenze in die Kurstadt Bad Muskau. Hier befindet sich eine der wenigen staatenübergreifenden UNESCO Welterbestätten - der Fürst-Pückler-Park. Auf Spazierwegen erkundeten wir die riesige Parkanlage auf beiden Seite der Neiße, also sowohl in Deutschland als auch in Polen. Für uns schließt sich hier ein Kreis. In meinem Reisebericht zu Brandenburg und dem Spreewald haben wir den Branitzer Park in Cottbus besucht. Beide Parkanlagen stammen aus der Feder des Fürsten von Pückler. Während der riesige Muskauer Park sein erstes grünes Werk war, gilt der Branitzer Park in Brandenburg als sein Alterswerk. 
Das Neue Schloss des Fürsten Pückler aus dem 17. Jahrhundert ist der Blickfang, aber auch das Alte Schloss und die Orangerie sind sehenswert. Das Wetter meinte es gut mit uns und es kam sogar die Sonne heraus.

Görlitz, die Europastadt an der Neiße

An der polnischen Grenze entlang fuhren wir weiter Richtung Süden zu unserem nächsten Übernachtungsplatz. Dieses Mal hatten wir uns einen Campingplatz herausgesucht. Der Platz befindet sich am Kühlhaus, einem verfallenem Industriedenkmal aus DDR Zeiten, welches durch eine Initiative zu neuem Leben erweckt wurde. Hier finden Veranstaltungen und Konzerte statt und Selbständige und Freiberufler haben einen Schaffensort gefunden. 
Für uns bot der Platz die perfekte Ausgangslage zur Besichtigung der östlichsten Stadt Deutschlands - Görlitz. Mit dem Rad waren wir in nur zwanzig Minuten mitten in der sehenswerten Altstadt. Da die historische Altstadt im Zweiten Weltkrieg verschont blieb, sind alle mitteleuropäischen Baustile erhalten geblieben. Es finden sich Häuser aus der Spätgotik, der Renaissance, dem Barock und dem Jugendstil. Dank dieses besonderen Stadtbildes dient Görlitz als beliebte Filmkulisse und wird auch "Görliwood" genannt. 
Wir schlenderten durch die Stadt, bestaunten die historischen Gebäude und spazierten über die Altstadtbrücke auf die polnische Seite. Dort aßen wir sehr gut und noch dazu sehr günstig in einem hervorragenden Burger und Steak Restaurant. 

Rund um Oybin im Zittauer Gebirge

Unser nächstes Ziel war das für noch viele unbekannte Zittauer Gebirge. Wir fuhren nach Oybin und erklommen dort den gleichnamigen Berg. Auf diesem Sandsteinmassiv befinden sich die Ruinen der Burg und des Klosters Oybin. Bereits der Aufstieg durch die enge Ritterschlucht war vielversprechend. Und es bestätigte sich. Der Eintritt ist gut investiert. Die große Anlage mit den vielen Erkundungsmöglichkeiten und herrlichen Ausblicken haben uns fasziniert. 
Nach einer kurzen Mittagspause mit Bratwurst im Ort spazierten wir im Anschluss am Kurpark entlang durch ein Waldgebiet zu den Kelchsteinen. Die markant aufragenden Steine stehen inmitten der Bäume und sind ein beliebtes Ausflugsziel. Die eindrucksvolle Größe erlebt man erst so richtig, wenn man zu Füßen der großen Sandsteingebilde steht.   

Wanderung in der Jonsdorfer Felsenstadt

Wir fuhren nur ein kurzes Stück weiter nach Jonsdorf. Wir befanden uns noch immer im kleinsten Mittelgebirge Europas, dem Zittauer Gebirge, direkt an der tschechischen Grenze. Nun stand eine Wanderung rund um das Denkmalschutzgebiet Jonsdorfer Mühlsteinbrüche auf dem Programm. Neben Informationen zur Geschichte erfuhren wir auch etwas über die geologische Besonderheit und über die vulkanische Vergangenheit des Gebiets. Auf das Schaubergwerk "Schwarzes Loch" erhaschten wir ebenfalls einen Blick, bevor es durch den Ort zurück an vielen ungewöhnlichen Häusern vorbei, zurück zum Ausgangspunkt ging. Die sogenannten Umgebindehäuser zeugen von einer einzigartigen Bauweise in der Region und sollten uns im weiteren Verlauf unserer Route nochmal begegnen. 

Ein kleines bisschen Italien in der Oberlausitz

Durch herrliche Landschaft fuhren wir zu unserem nächsten Übernachtungstopp mit Landvergnügen. Wir hatten uns einen Stellplatz bei einem Pasta-Laden herausgesucht und durften mitten auf der Wiese in traumhafter Umgebung nächtigen. Die erworbenen Leckereien im gut bestückten Hofladen bescherten uns ein vorzügliches Abendessen, welches wir mit den letzten Sonnenstrahlen des Tages genossen. Die hausgemachten Ravioli mit Zitronenbutter und Parmesan, dazu einen guten Tropfen Wein erinnerten uns an einen lauen Sommerabend in Italien. Leider sollte das Wetter am nächsten Tag wieder umschlagen.  

Herrnhut - die Stadt der Sterne

Eigentlich hatte ich uns einen Rundweg durch die Stadt Herrnhut, die als Gründungsort der Herrnhuter Brüdergemeinde bekannt ist und mittlerweile zum UNESCO Weltkulturerbe gehört, herausgesucht. Über die Herrnhuter Missionen sind wir bereits in Südafrika gestolpert, als wir das kleine Örtchen Elim besichtigten. Der Spaziergang fiel allerdings wortwörtlich ins Wasser. Und so besuchten wir die Manufaktur der ebenfalls sehr bekannten Herrnhuter Sterne und im Anschluss das Herrnhuter Heimatmuseum. Nach einem schmackhaften Mittagessen im Coffeehouse Nostalgia Privatim besserte sich das Wetter und wir setzen unseren Weg fort. 

Obercunnersdorf - das Dorf der Umgebindehäuser

Ich hatte bereits die für die Region Oberlausitz typischen Umgebindehäuser erwähnt. Die Bauweise ist einzigartig in Europa und man findet sie immer wieder in der Region. Auf einem Teilstück der deutschen Fachwerkstraße kamen wir nach Obercunnersdorf. Hier gibt es sage und schreibe mehr als 250 dieser besonderen Häuser. Das Erdgeschoss ist mit Holzbögen versehen und die Fassade besteht aus Schiefer. Umrahmt sind die oftmals mehr als 200 Jahre alten Häuser von herrlichen Bauerngärten. Ein Dorfrundweg führt an den schönsten Häusern vorbei und informiert auf kleinen Tafeln über die Besonderheiten. 

Die Silberstadt Freiberg

Da uns das schlechte Wetter einen Strich durch die Rechnung machte, verließen wir die Region Oberlausitz und fuhren weiter nach Freiberg. Wir kamen erst am frühen Abend auf dem dortigen Wohnmobilstellplatz "Am Johannisbad" an und ergatterten einen der letzten freien Plätze. Wir entschlossen uns noch einen Spaziergang durch die Silberstadt Freiberg zu machen und erkundeten die mittelalterliche Altstadt. Unser Weg führte uns durch den Albertpark direkt zum Obermarkt mit dem Rathaus, weiter zum Schloßplatz und zum Dom St. Marien. Freiberg zählt als Teil der Montanregion Erzgebirge zum UNESCO Welterbe. 

Wanderung im Schwarzwassertal

Am nächsten Morgen ging es für uns weiter ins Erzgebirge. Wir hatten uns eine Wanderung im Schwarzwassertal herausgesucht. Allerdings war das eine eher rutschige und nasse Angelegenheit nach den letzten Regentagen. Zum Glück kamen wir mitten im Nirgendwo an einem Grillstand vorbei, der extra zum Herrentag von einer Familie betrieben wurde. Zur Belohnung nach der unwegsamen Wanderung gab es Bratwurst, hausgemachten Kartoffelsalat und ein Schlückchen Bier.

Annaberg-Buchholz - tief im Erzgebirge

Bevor wir unseren nächsten Übernachtungsplatz anfuhren, machten wir einen Abstecher in die Bergbaustadt Annaberg-Buchholz. In der Manufaktur der Träume kann man auf eine Entdeckungsreise durch die Welt des Erzgebirges gehen. Aber auch das Adam-Ries Museum, welches sich in seiner ehemaligen Rechenschule befindet oder die drei Besucherbergwerke lohnen einen Besuch. Wir begnügten uns mit einem Bummel durch die historische Altstadt. 

Hier in Annaberg-Buchholz schließt sich für uns wieder ein Kreis, der in Teil 1 unserer Reise begann. Erinnert ihr euch noch an unseren Stopp in Bad Staffelstein? Das war der Geburtsort des berühmten Rechenmeisters. Hier im Erzgebirge verbrachte er den Großteil seines Lebens. Er gründete die Rechenschule und verhalf der Stadt zu mathematischem Ruhm. Wir sind also auf unserem Roadtrip ohne es vorher zu wissen einmal quer auf den Spuren des Mannes gereist, dem wir die bekannte Redewendung "Das macht nach Adam Riese ..." zu verdanken haben. 

Brauereibesuch am Männertag

Passend zum Männertag in Sachsen übernachteten wir mit Landvergnügen bei einer Brauerei. Dies geschah zwar mehr durch Zufall, aber dennoch nahmen wir die Außenveranstaltung mit Bierwagen, Essenstand und Live Band gerne mit. Am Abend ließen wir uns das deftige Essen im Brauereigasthof schmecken und probierten uns durch das Biersortiment. Auf dem etwas abseits gelegenen Stellplatz auf einer Wiese verbrachten wir eine ruhige Nacht und nutzten am nächsten Morgen das umfangreiche Frühstücksangebot. Nach einem kurzen Einkaufsbummel durch die Genussmanufaktur ging es für uns dann auch schon wieder weiter. 

Die größte Ziegelstein-Brücke der Welt

Wow! Auf der Weiterfahrt kamen wir an der größten Ziegelsteinbrücke der Welt vorbei. Klar, dass wir hier einen Zwischenstopp einlegten. Die Göltzschtalbrücke dient als Eisenbahnstrecke und wurde von 1846 bis 1851 aus 26 Millionen! Ziegelsteinen erbaut. Sie ist 78 Meter hoch und 574 Meter lang. Vom großen Parkplatz starteten wir eine kleine Wanderung, um die Brücke aus verschiedenen Perspektiven zu begutachten. Ein wirklich beeindruckendes Bauwerk! 

Das Deutsch-Deutsche Museum Mödlareuth

Auf der Rückfahrt Richtung Bayern entdeckten wir einen ganz besonderen Ort. Wir erkundeten das kleine Dorf Mödlareuth, welches heute eine Gedenkstätte zur deutschen Teilung ist. Mödlareuth wird auch "Little Berlin" genannt, denn 41 Jahre lang verlief die innerdeutsche Grenze mitten durch diesen Ort. Auf dem Außengelände befinden sich ein Originalstück der Mauer, eine nachgebaute Sperranlage sowie mehrere Informationstafeln. Im Hauptgebäude gibt es einen Vorführraum in dem der Film "Alltag an der Grenze" und somit die Geschichte des Orte eindrücklich gezeigt wird. Eine Dauerausstellung zeigt Fotos, Dokumente und Zeitzeugenberichte. Außerdem können rund 30 Fahrzeuge der Grenzüberwachung in einem Fahrzeugdepot besichtigt werden. 

Übernachten neben Blütenträume

Einen Übernachtungsplatz fanden wir erneut mit Landvergnügen. Dieses Mal standen wir auf einem Bio-Gartenbaubetrieb im Garten der Familie. Wir wurden herzlichen empfangen, nutzten das komfortable Duschangebot und genossen die Nachmittagssonne. Ein Einkauf durfte natürlich nicht fehlen und so stöberte ich durch das riesige Sortiment und erwarb nach unterstützender Beratung Pflanzen für unseren Garten sowie ein paar Mitbringsel aus der hübschen Dekoabteilung. Dieser Platz war für uns die perfekte Ausgangslage für unser nächstes Ziel. Am nächsten Tag wollten wir erneut wandern gehen. 

Das Felsenlabyrinth Luisenburg

Wir befanden uns mittlerweile im Fichtelgebirge bei Wunsiedel und hatten uns ein schon lang geplantes Ziel vorgenommen. So fuhren wir am Vormittag nur rund 15 Kilometer von unserem Übernachtungsplatz zu Europas größten Felsenlabyrinth Luisenburg. 
Nachdem wir den Camper auf dem großen Parkplatz abgestellt hatten - Vorsicht mit den Parkgebühren! begaben wir uns vorbei an der Freilichtbühne zum Kassenhäuschen. Es stellte sich heraus, dass die sechs Euro Eintritt pro Person gut investiert sind. So ist es ein wahres Erlebnis für die ganze Familie diese einzigartige Landschaft zu erkunden. Es gibt einen markierten Rundweg. Für den Aufstieg folgten wir der blauen Markierung bis zu einem großen Rastplatz mit Aussichtspunkt. Es war abenteuerlich und aufregend zugleich als wir durch das riesige Felsenmeer immer weiter hinauf stiegen. Mal ging es über Treppen und Leitern, dann wieder durch Höhlen und enge Felspassagen. Am höchsten Punkt angekommen ging es wieder bergab und wir folgten nun der roten Markierung auf den nicht weniger spektakulären Rückweg. 

Ausklang im Bayerischen Wald

Bevor unser mehr als zweiwöchiger Camper-Roadtrip durch den wilden Osten zu Ende ging, legten wir noch einen letzten Übernachtungs-Stopp im Bayerischen Wald ein. Erneut fiel die Wahl auf einen Landvergnügen Hof. Nach einer freundlichen Begrüßung machten wir es uns unter einem schattenspendenden Obstbaum gemütlich. Sogleich wurden wir von den Hofkatzen belagert. Aber auch die anderen Tiere machten sich bemerkbar. So beäugten zwei Gänse jeden unserer Schritte über den Hof, die Schafe hingegen zogen ebenfalls die schattigeren Plätze vor. Nur das Rotwild schien zunächst nichts von uns wissen zu wollen. Erst als unser Gastgeber mit trockenem Brot zum Füttern vorbeikam wurden auch wir für sie interessant. 

Geschichte an der deutsch-tschechischen Grenze

Am späten Nachmittag unternahmen wir direkt vom Stellplatz eine kleine Wanderung zu einer Besonderheit der Region.

Wir spazierten zum Grenzübergang Untergrafenried Richtung Tschechien. Dort erkundeten wir das verschwundene Dorf Grafenried (Lučina). Bis 1945 war dies ein ganz normales Dorf im Grenzgebiet. 1946 mussten fast drei Millionen Deutsche die Tschechoslowakei verlassen, auch die Bewohner dieses Dorfes, da es sich fortan in der verbotenen "Sperrzone" befand. 
Während der Zeit des Eisernen Vorhangs blieb das Dorf sich selbst überlassen und die Natur eroberte es sich zurück. Erst 2016 entschied eine Interessensgemeinschaft aus Deutschland und Tschechien das Dorf Grafenried als einzigartigen Lern- und Erinnerungsort zu erhalten. Die noch sichtbaren Mauern und Reste erinnern an die Strukturen des ehemaligen Dorfes. Informationstafeln erzählen von den Bewohnern. Es ist nur eines von vielen verschwundenen Dörfern entlang der Grenze, die Geschichte lebendig werden lassen. 

Reise-Resümee

Was für eine beeindruckende Reise! Als wir in Bayern starteten, hätten wir nicht gedacht, wieviel Vielfalt und unentdeckte Schätze auf unserem Weg durch den Osten Deutschlands auf uns warten. Von den geschichtsträchtigen Gassen der Städte an der Donau und den Genussmomenten im fränkischen Bierland und den Weinbergen Sachsens bis hin zu den mystischen Wäldern und bizarren Felsformationen des Zittauer Gebirges - jede Region hatte für uns etwas besonderes. Sogar historische Kreise haben sich auf dieser Route für uns geschlossen, als wir zufällig den Lebensspuren von Adam Ries und dem Fürsten Pückler folgten. 
Dieser Roadtrip hat uns einmal mehr bewiesen: Man muss nicht um die halbe Welt fliegen, um echte Abenteuer, wilde Natur und Geschichte zu erleben. Deutschland steckt voller überraschender Ecken, die nur darauf warten entdeckt zu werden. 
Schnappt euch eine Karte, fahrt los und lasst euch treiben - es lohnt sich so sehr! 

 

Jetzt seid ihr dran! 
Welche unentdeckten Ecken in Deutschland haben euch schon mal so richtig verzaubert? Habt ihr einen absoluten Geheimtipp für den Osten oder eine andere Region, den man unbedingt mal gesehen haben muss? Schreibt es mir gerne unten in die Kommentare - ich freue mich auf eure Inspiration für die nächsten Touren! 

 

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