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Reise in den Südwesten der USA

Im Mai letzten Jahres entschieden mein Mann und ich, uns auf das Abenteuer USA einzulassen. Einmal durch die Straßen von San Francisco zu laufen war schon immer ein Traum von mir und Scott McKenzies "Be Sure to Wear some Flowers in Your Hair" ging mir nicht mehr aus dem Kopf...  

 

Ich konnte es kaum fassen in der Stadt meiner Träume zu sein und ich zehre noch immer von diesen Erinnerungen. Aber auch die vielen anderen Orte, die wir dort besuchten, haben sich dauerhaft ins Gedächtnis gebrannt. Nationalparks, wie der Grand Canyon, der Bryce Canyon oder der Zion Nationalpark sind so unbeschreiblich schön, dass ich es kaum in Worte fassen kann.

Von München flogen wir mit der Lufthansa zunächst nach Toronto. Dort absolvierten wir dann auch die Einreise, die für uns tatsächlich, wie schon oft gehört, nicht ganz einfach und ohne Komplikationen verlief. Letztendlich hatten wir es aber geschafft und durften einreisen. Von Kanada ging es dann weiter nach Las Vegas. Aufgrund der zum Schluss recht knappen Zeit würde ich es jedem empfehlen Direktflüge zu buchen.

Endlich in Las Vegas angekommen fuhren wir stilecht mit der Limousine zu unserem Hotel. Das Harrah´s ist zwar schon ein älteres Hotel, dafür liegt es aber direkt am Strip und war recht günstig. Ein Teil der Zimmer ist neu renoviert worden und daher können wir es wirklich weiterempfehlen. Las Vegas ist schrill, bunt und laut, wie man es sich vorstellt. Man sollte dort gewesen sein und es selber erlebt haben.

 

Übernachtung: Harrah´s, Las Vegas 

Essen: Hash House a Go Go, Las Vegas

Off the Strip, Las Vegas

The Cheesecake Factory, Las Vegas (Tipp: Kuchen!)

Mandalay Bay - Bayside Buffet, Las Vegas 

Trinken: Banger Brewing, Las Vegas, Freemont Street

Triple 7 Microbrewery, Las Vegas, Freemont Street

Nach einigen Tagen ging es dann mit dem Wohnmobil weiter. Wir machten einen Zwischenstopp beim Hoover Dam; ein unglaubliches Bauwerk inmitten der Wüste. Die erste Nacht "on the road" verbrachten wir am Willow Beach, einem tollen Campground mit gutem Komfort. Hier kam zum ersten Mal das Gefühl von Freiheit auf. Wir saßen unter dem Sternenhimmel, genossen Dosenbier und lauschten den Zikaden. 

 

Übernachtung: Willow Beach

Essen/Trinken: The Dillinger (geniale Burger!)

 

Am nächsten Tag ging es weiter entlang der alten Route 66. Die Strecke ist wenig spektakulär und die Orte sind recht touristisch. Dennoch kam ein nostalgisches Gefühl auf und uns hat der Abstecher gut gefallen. Tolle Fotomotive bietet der Hackberry General Store und auch Seligman ist toll anzuschauen. 

Unsere nächste Übernachtungsmöglichkeit befand sich in Williams. Der Campground bot jeglichen Komfort, glich aber einer Betonwüste und war landschaftlich nicht sehr ansprechend. Dafür war die Stadt fußläufig zu erreichen und die dort ansässige Grand Canyon Brauerei ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

 

Übernachtung: Grand Canyon Railway RV Park, Williams

Essen: Lilo´s Cafe, Seligman (Tipp: frittierte Riesenzwiebel mit Dip!)

Trinken: Grand Canyon Brewery, Williams

Der Grand Canyon war unser nächstes Ziel. Für mich ein unglaubliches Erlebnis. Ich war total begeistert und stand mit Tränen in den Augen am Rand dieses grandiosen Naturschauspiels. Eine Wanderung entlang des Rims durfte nicht fehlen und die Nacht am Lagerfeuer war ein weiterer Vorgeschmack auf die bevorstehenden Wochen. Am nächsten Tag erlebten wir einen unbeschreiblichen Sonnenaufgang direkt am Rim (Mather Point); leider nicht allein. Diesen Moment teilt man sich mit hunderten anderen Touristen, trotz der frühen Morgenstunden. Wir verließen den Grand Canyon Richtung Osten, fuhren weiter entlang des Rims und machten uns auf den Weg ins Monument Valley.

 

Übernachtung: Mather Campground, Grand Canyon

Wanderung: Rim Trail (ca. 16,5 km, Tageswanderung, der 6 km lange Abschnitt zwischen den Aussichtspunkten Powell Point und Monument Creek Vista ist der schönste Teil)

Auch im Monument Valley kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Sensationell was die Natur hier erschaffen hat. Übernachtet haben wir auf dem "The View" Campground, der seinem Namen alle Ehre macht. Eine Jeeptour in das Indiandergebiet ist absolut empfehlenswert und war für mich ein weiteres Highlight dieser Reise. Auch eine morgendliche Wanderung in die Wüste war ein Erlebnis, das ich nicht missen möchte; wunderschön die Natur erwachen zu sehen und völlig allein in diesem Teil der Welt zu sein.

 

Übernachtung: The View Campground, Monument Valley 

Wanderung: Wildcat Trail (ca. 5 km, 2 Std.)

Tour: Jeep Tour, Monument Valley, ca. 2,5 Std.  

Zurück ging es Richtung Page. Unser Übernachtungsplatz, der Lake Powell Campground war ok, lag aber mitten in der Stadt. Dafür hat sich der Besuch der beiden Antelope Canyons aus fotografischer Sicht mehr als gelohnt. Allerdings sind die Canyons hoffnungslos überlaufen. Es gibt nur wenig Zeit zum Fotografieren und man wird eher durchgescheucht (nur geführte Touren möglich). Der Upper Antelope Canyon ist ebenerdig und für den Hin- und Rückweg wird der gleiche Weg genutzt; was zu etlichen Staus in Engstellen geführt hat. Der Lower Antelope Canyon befindet sich an einer anderen Stelle und kann direkt angefahren werden. Die Tour führt durch den Canyon hindurch und es sind Treppen und engere Passagen zu überwinden; mir hat dieser Teil besser gefallen.

 

Übernachtung: Lake Powell Campground, Page

Tour:  Upper Antelope Canyon, Page

Lower Antelope Canyon, Page

Auf dem weiteren Weg verschlechterte sich das Wetter zunehmend und im Schneegestöber erreichten wir den Bryce Canyon. Vor wenigen Stunden noch inmitten der Wüste erwartete uns nun das komplette Kontrastprogramm und dementsprechend ungemütlich war es bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Wir entschieden uns gegen den ursprünglich angedachten und naturbelassenen Platz direkt im Nationalpark und suchten uns einen Platz beim Ruby´s Inn. 

Dafür waren die Wanderungen am Rim sowie in den Bryce Canyon am nächsten Tag ein tolles Erlebnis. Die Farben und die ungewöhnlichen Formationen machten diesen Nationalpark zu einem lohnenswerten Ziel.

 

Übernachtung: Ruby´s Inn Campground and RV Park, Bryce Canyon

Wanderung: Mit dem Shuttle Bus zum Inspiration Point, am Rim Trail entlang bis zum Sunset Point und von dort über den Navajo Loop Trail hinab in den "Canyon" und über den Queens Garden Trail weiter zum Sunrise Point.

Essen: Forscher Bäckerei, Orderville (tolles Brot!)

Bryce Pines Restaurant, Bryce Canyon (gutes Frühstück!)  

Bevor wir uns weiter auf den Weg Richtung Zion Nationalpark machten, besuchten wir den Red Canyon und machten dort eine kleine, aber landschaftlich wunderschöne Rundwanderung.

Die Fahrt in den Zion Nationalpark war spektakulär und wir mussten immer wieder anhalten, um die Natur und Ausblicke auf uns wirken zu lassen. Wir übernachteten auf einem tollen Campground (Watchman) und am Abend gab es wieder Lagerromantik pur (Lagerfeuer, Dosenbier und Spare-Ribs vom Grill).

Eine Buslinie fährt in den Park und man hat die Möglichkeit bei den einzelnen Stationen auszusteigen. Wir machten einige erstaunlich aussichtsreiche Wanderungen und genossen die Landschaft.

 

Übernachtung: Watchman Campground, Zion Nationalpark

Wanderung: Mehrere kleine Trails miteinander verbunden (Red Canyon)

Emerald Pools (Lower und Upper Pool ca. 3 km, 4 Std) in Verbindung mit dem Kayenta Trail (Zion NP)

Trinken: Zion Canyon Brew Pub, Springdale  

Unseren nächsten Stopp machten wir im Valley of Fire. Ein herrlich gelegener Campingplatz inmitten der Wüste sollte uns beherbergen (Atlatl Rock). Ein absolutes Muss ist die Fahrt über die Scenic Road. Es gibt viele kurze Trails und Wanderungen in dieser unglaublichen Landschaft. Allerdings haben die Hitze, der Sand und der Wind es uns schwer gemacht und wir konnten nicht alles sehen. Der Wind sollte uns noch weiterhin auf Trab halten...

 

Übernachtung: Atlatl Rock Campground, Valley of Fire

Wanderung: Kurze Trails z.B. Mouse´s Tank, Rainbow Vista Trail, The Fire Wave

Das Death Valley kennt vermutlich jeder und auch wir wollten uns das Tal des Todes nicht entgehen lassen. Die Temperaturen hielten sich noch in Grenzen und so durften wir mit unserem Wohnmobil in den Park. Allerdings ist es nicht möglich mit einem großen Wohnmobil alle Viewpoints abzufahren. So begnügten wir uns mit den für uns möglichen Punkten und schwitzten zum Beispiel in Badwater, dem tiefsten Punkt der USA. Unser Platz für die Nacht war ein sandiger Wüstenplatz mit angrenzendem Shop und Restaurant. Die Annehmlichkeiten währten jedoch nicht lange; in der Nacht fegte ein Sandsturm über uns hinweg. An Schlaf war nicht zu denken und noch Tage später fanden wir an den unmöglichsten Stellen Sand aus dem Tal des Todes.

Eine Pass-Straße führte uns aus dem Death Valley raus und wir fuhren Richtung Sierra Nevada; die Wüste im Rücken, die Berge vor uns. An spektakulären Ausblicken mangelte es hier nicht.

 

Übernachtung: Stovepipe Wells RV Park and Camping, Death Valley 

Essen/Trinken: Bad Water Saloon und Toll Road Restaurant, Death Valley

Wir fuhren weiter über Bishop Richtung Yosemite Nationalpark. Allerdings legten wir noch einen Übernachtungsstopp am June Lake ein. Die dort ansässige Brauerei war unser Highlight. Ansonsten ist das kleine Örtchen nicht wirklich sehenswert und die Nacht war bitterkalt.

Bevor es aber über den Tioga Pass in den Nationalpark ging, machten wir einen Abstecher nach Bodie, einer verlassenen Geisterstadt. Ein Fotomotiv jagte das nächste und wir verbrachten mehrere Stunden hier.

Endlich im Yosemite Nationalpark angelangt erwartete uns erneut schlechteres Wetter. Wir machten dennoch einige schöne Wanderungen und genossen die Zeit im Park, auch wenn wir unseren Aufenthalt hier vorzeitig beendeten und es uns wieder Richtung Sonne zog.

 

Übernachtung: June Lake Campground

Upper Pines Campground, Yosemite Nationalpark 

Essen: Lone Star Bistro, Lone Pine

Trinken: Mountain Rambler Brewery, Bishop 

June Lake Brewing

Wanderung: Mirror Lake und Mist Trail zu Vernal Fall (Yosemite)

Im Sonoma Valley, unserem nächsten Ziel, erwartete uns bestes Wetter und so erkundeten wir die Gegend und besuchten unter anderem das Charles M. Schulz Museum in Santa Rosa. Unser Übernachtungsplatz war weit außerhalb von Santa Rosa, landschaftlich schön gelegen, aber mit Sicherheit beim nächsten Mal nicht die erste Wahl.

Bevor die letzten Tage mit unserem Wohnmobil anbrachen überquerten wir noch die Golden Gate Bridge sowie die Bay Bridge und übernachteten auf einem Campground in den Bergen. Das letzte Mal genossen wir einen Abend am Lagerfeuer und gekühltes Bier aus Dosen.

 

Übernachtung: Springlake Regional Park Camping, Santa Rosa  

Anthony Chabot Regional Park Campground, Oakland

Essen: The Fremont Diner, Sonoma 

Trinken: Carneros Brewing, Sonoma

Russian River Brewing, Santa Rosa (das beste Bier der Welt!)

Am nächsten Tag ging es mit dem Mietwagen auf dem Highway 1 entlang der Pazifik Küste.

Wir übernachteten in Monterey, einem tollen kleinen Küstenort und machten von dort aus Tagestouren. Wir besuchten Carmel by the Sea sowie das Point Lobos State Reserve und machten auch hier wieder einige traumhafte Wanderungen. Wir genossen die Zeit bevor es endlich nach San Francisco ging und wir dort die letzten Tage unserer Reise verbrachten.

 

Übernachtung: Best Western Plus Monterey Inn

Essen: Ventana Restaurant, Big Sur (super Essen und toller Blick!) 

Trinken: Cannery Row Brewing, Monterey

Alvarado Street Brewery, Monterey

Wanderung: Cypress Grove Trail und Sea Lion Point im Point Lobos State Reserve

Unser Hotel in San Francisco lag wunderbar zentral und wir konnten viele Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichen. Fisherman´s Wharf mit dem berühmten Pier 39 und den vielen hier lebenden Seelöwen ist ein touristisches Highlight und durchaus sehenswert. Einen tollen Blick über die Stadt hat man vom Coit Tower. Und auch die berühmte Lombard Street schauten wir uns aus nächster Nähe an. Ein Muss für uns war eine geführte Stadtrundfahrt in einem VW Bulli. Diese Tour kann ich nur jedem empfehlen - lustig, interessant und tolle Stopps. Natürlich durfte auch eine Fahrt mit dem Cable Car nicht fehlen. Die Tage in San Francisco vergingen viel zu schnell und schon war der Tag unseres Rückflugs gekommen. Diesmal flogen wir direkt zurück nach München und es gab keine Vorkommnisse.

 

Übernachtung: Hotel Carlton, San Francisco

Essen: Lori´s Diner, SF

Wipeout Bar and Grill, Fisherman´s Wharf, SF

Scoma´s Restaurant, SF

Cup a Joe, SF

Trinken: Hogwash, SF

Mikkeller Bar, SF

Cellarmaker Brewing, SF

Tour: VW Bulli Tour, SF

Abschließend kann ich jedem eine Reise in den Südwesten der USA nur wärmstens ans Herz legen. Die Natur und die Landschaft sind einmalig und auch die Amerikaner sind durchaus freundlich, wenn auch etwas oberflächlich. Wir kamen aber überall gut zurecht und wurden immer herzlich aufgenommen. Mutet euch jedoch nicht zu viel zu und verweilt auch ein paar Tage an den unterschiedlichen Orten. Für die Rundreise, wie wir sie gemacht haben, sollten mindestens 4 Wochen eingeplant werden.

Flüge, Hotels und Wohnmobil gebucht über Rosenheimer Reiseservice.

Campgrounds gebucht über Internet.

Touren gebucht über Internet oder direkt vor Ort.

 

 

 

 

 

Ich hoffe euch hat mein Bericht gefallen und ihr könnt einige Informationen herausziehen und für eure eigenen Planungen nutzen.

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir Feedback geben würdet. Was kann ich besser machen? Fehlen Informationen? Ist der Bericht vielleicht sogar zu ausführlich? Gerne nehme ich eure Ideen und Anregungen auf und nutze sie für meine kommenden Reiseberichte.

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Kommentare: 8
  • #1

    longi (Sonntag, 20 August 2017 17:23)

    Echt tolle Fotos,welche die Vorfreude auf unsere Reise im Mai 2019 noch größer macht.

  • #2

    Aurich 70 (Montag, 21 August 2017 18:53)

    Tolle Fotos, toller Bericht. Macht wirklich Lust auf eine Camping Tour. Chapau!! Weiter so���

  • #3

    Jessica (Dienstag, 22 August 2017 18:23)

    Hallo longi, Hallo Aurich 70,
    vielen Dank für euren lieben Kommentar. Es freut mich sehr, dass der Reisebericht so gut ankommt.
    Grüße Jessica

  • #4

    Kevin (Freitag, 19 Januar 2018 21:08)

    Sehr sehr tolle Fotos erinnert mich an meinen USA trip Mai 2016. Einfach schön.
    Grüße aus Südtirol

  • #5

    Denise (Mittwoch, 14 Februar 2018 18:45)

    Sehr schöne Fotos und ein toller Bericht.

  • #6

    Christian (Donnerstag, 15 März 2018 09:03)

    Hey, tolle Tour, Fotos und Beschreibung! Wie habt ihr die Campinggrounds gebucht? Hattet ihr ne Papierkarte mit allen Grounds? Kannst du sagen, wo man so eine Karte erhält?

  • #7

    Jessica Dehn (Donnerstag, 15 März 2018 15:23)

    Hi Christian, vielen Dank für dein Lob. Das freut mich sehr. Wir haben die Campgrounds eigentlich alle vorab im Internet gebucht. Wir haben uns eine Strecke zurecht gelegt und dann geschaut welche Campgrounds es auf der Route gibt. Im Prinzip können aber viele Campgrounds auch einfach so angefahren werden. Wenn man früh genug da ist und nicht gerade zur Hauptsaison unterwegs ist bekommt man eigentlich immer einen Platz. Einzige Ausnahme sind da die Campground im Yosemite Village. Die müssen vorab im Internet reserviert werden wobei es da nur kurze Buchungsslots gibt. Ich hoffe ich kann dir mit diesen Informationen weiterhelfen.

  • #8

    Jenny Su. (Dienstag, 24 April 2018 22:07)

    Super Bericht mit tollen Bildern und Infos! Wir fliegen am Sonntag und die Vorfreude ist nun noch größer :)