· 

Von Traumbuchten und prähistorischen Kulturen abseits der Touristenströme

Eine aktive Auszeit auf Menorca. Ein Widerspruch?! Nein, es ist möglich und einfach wunderschön. 

 

Im Mai 2018 ging es für uns gleich nochmal auf die Balearen. Mit Wikinger Reisen durften wir eine Woche lang die traumhaft schöne Insel Menorca entdecken. Von München ging es mit Vueling Airlines zuerst nach Barcelona und im Anschluss weiter nach Mahón. Mit dem Bus wurden wir dann zu unserer Unterkunft, dem Hotel Santo Tomás im gleichnamigen Ort gebracht.

Am ersten Tag starteten wir sogleich mit einer wunderschönen Wanderung entlang traumhafter Küstenabschnitte. Mit dem Bus ging die Fahrt zunächst zum Leuchtturm am Cap de Cavalleria, dem nördlichsten Punkt Menorcas. Hier genossen wir einen überwältigenden Blick auf einen Großteil der Nordküste. Der Leuchtturm, in dem sich ein Museum befindet, sowie die zerklüftete Küstenlinie mit ihren Steilklippen sind überaus sehenswert und fotogen. Nach einem Cortado im kleinen Café direkt am Leuchtturm fuhr uns der Bus wieder ein Stück die Stichstraße zurück. Nach einem kurzen Fotostop am römischen Hafen Port de Sanitja machten wir nach einer weiteren kurzen Fahrtstrecke an einem kostenlosen Parkplatz halt, der zur Platja de Cavalleria führt. Von hier aus ging es zu Fuß weiter.  

Wegbeschreibung: 

Vom Parkplatz sind es rund 15 Minuten Gehzeit auf einem steinigen Weg aus rotem Sand mit Blick auf die zerklüftete Küstenlandschaft bis zu einem sehr schönen und naturbelassenen Strand. Von Dünen und roten Felsen umgeben bietet der goldgelbe Sandstrand Platja de Cavalleria Abgeschiedenheit und Ruhe. Rechts sieht man eine kleine Bucht umrandet von roten Felsen in der ein paar Boote ankern. Kurz bevor auf der linken Seite eine Holztreppe hinunter zum Naturstrand führt, genießen wir noch den Blick über die Bucht. Wir steigen die Treppe hinab und wandern entlang des Strandes weiter westwärts immer entlang der Küstenlinie und folgen dem ausgeschilderten Wanderweg Camí de Cavalls.

Eine Besonderheit sagt man dem roten Sand nach: Er soll eine heilende und beruhigende Wirkung haben, wenn man seine Haut mit ihm einreibt. 

Unser Weg führt weiter entlang der Küste und wir kommen an der Cala Mica vorbei. Die Ausblicke auf diesen wildromantischen Abschnitt lassen den stetigen Wechsel zwischen Steigungen und Bergab-Passagen bei strahlendem Sonnenschein und warmen Temperaturen beinahe vergessen und wir genießen die Aussicht bei dieser Wanderung durch die unberührte Natur.

Kurz bevor wir nach ca. 5 km die Cala Pregonda erreichen folgen wir einem Holzbohlenweg von der Küste weg und kehren in einem kleinen Restaurant in Binimel-lá ein. Unter schattenspendenden Maulbeerbäumen stärken wir uns mit einem landestypischen kleinen Mittagessen und begeben uns im Anschluss weiter Richtung Cala Pregonda.

Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich und gleicht teilweise einer bunten Marslandschaft. Es geht über einen letzten kleinen Sandhügel und wir blicken auf die mit bizarren gelben Sandsteinfelsen eingefasste Bucht. Hatten wir zuerst gedacht einen der schönsten Strände bereits gesehen zu haben, so werden wir nun eines Besseren belehrt. Diese kleine naturbelassene Bucht ist wohl eine der malerischsten, die Menorca zu bieten hat. Goldener Sand und kristallklares Wasser laden zum Baden ein. Die Felsen im Wasser bieten zudem wunderbare Fotomotive. 

Auf gleichem Weg wandern wir zurück und erreichen nach ca. 30 Minuten wieder Binimel-lá. Von dort fahren wir mit dem Bus zurück zu unserer Unterkunft. 

 

Einkehr: Restaurante Binimel-lá

Den zweiten Tag starteten wir nach einer Busfahrt in den Westen der Insel, in Ciutadella, der ehemaligen Hauptstadt Menorcas. Das Wetter spielte an diesem Morgen noch nicht ganz mit und kalter Wind ließ es frisch werden. Bei einem kleinen Rundgang erkundeten wir die Altstadt und ließen uns verzaubern. Der zentrale Platz ist der Placa des Born nicht unweit vom Hafen. Hier befindet sich unter anderem das Rathaus in dem im Nebengebäude auch eine Touristeninfo untergebracht ist. Ein weißer Obelisk steht mitten auf dem Platz und weist den Weg in die Altstadt zur Catedral de Santa María de Ciutadella. Der historische Kern ist sehr gut erhalten und wir ließen uns durch die schmalen Gassen treiben. Am Placa de la Llibertat befindet sich unter anderem der Mercat Municipal. Hier kann man frischen Fisch kaufen oder in den diversen kleinen Marktständen Fleisch und Käse erwerben. Wir ließen uns in einem kleinen Café nieder und beobachteten das Treiben bei einem Cortado sowie leckeren Ensaimadas. Dies sollte aber noch nicht alles sein, was wir an diesem Tag erlebten. Nach einem Einkauf in einem typischen kleinen Lebensmittelladen mit mediterranen Köstlichkeiten suchten wir einen Fahrradverleih auf. Mit einem leckeren Picknick im Gepäck machten wir uns auf den Weg um Überreste aus längst vergangenen Zeiten sowie traumhafte Buchten zu entdecken. 

 

Einkehr: Café Can Rafa

Wegbeschreibung: 

Vom Fahrradverleih fahren wir zunächst auf der Carrer de la Creu stadtauswärts in südlicher Richtung - die Einbahnstraßen beachtend - bis zu einer Kreuzung an der wir uns rechts halten. Wir überqueren eine weitere Kreuzung und erreichen die Placa de Jaume II. Hier halten wir uns links Richtung Hauptstraße. An einem kleinen Kreisverkehr nehmen wir die zweite Ausfahrt Richtung Maó und folgen der Straße bis zur Hauptstraße und einem größeren Kreisverkehr. Hier halten wir uns ebenfalls an die zweite Ausfahrt. Unsere beiden Ziele sind hier bereits ausgeschildert: Platja de Son Saura und Poblat talaiòtic de Son Catlar.

Auf ruhigen Nebenstraßen geht es nun rund 7 km entlang Wiesen, Feldern und Trockenmauern durch die Hinterlandschaft. Kurz bevor wir zu einer Abzweigung kommen zeigen uns elektronische Parkplatzanzeigen die freien Stellmöglichkeiten an den einzelnen Stränden. Wir halten uns an der Abzweigung rechts und folgen der Beschilderung. Nach einiger Zeit erreichen wir einen Parkplatz mit Hinweisschildern zur talayotischen Siedlung Son Catlar, den wir nicht verfehlen können. Durch ein Holztor befahren wir einen kurzen Schotterweg zu einem zweiten Tor. Von hier führt ein Weg einmal um die Siedlung herum, den wir ebenfalls mit unseren Rädern abfahren. Für die Besichtigung der Siedlung selber stellen wir unsere Räder an einem steinernen Toreingang im Nordosten der Siedlung ab und gehen auf Erkundungstour.

Diese vielen vorchristlichen Stätten sind auf Menorca überall zu finden und eine Besonderheit der Insel. Das Merkmal dieser vorgeschichtlichen Siedlung ist, dass sie von einer komplett erhaltenen und geschlossenen Mauer umgeben ist. Inmitten der Anlage liegt das Taula-Heiligtum, das größte seiner Art auf Menorca.

Nach unserem Rundgang begeben wir uns mit den Rädern wieder zum Parkplatz und der Straße und fahren ca. 5 km weiter in südlicher Richtung. Es wird immer einsamer und wir genießen die Stille der Natur. Wir passieren ein Restaurant mit einem Parkplatz auf der rechten Seite und fahren geradeaus bis wir ebenfalls einen großen Schotterparkplatz erreichen. Wir überqueren diesen und fahren durch ein Holztor. Nun geht es durch ein kleines Kiefernwaldstück bis zur wunderschönen Platja Son Saura. Wir genießen die Zeit hier bei einem Bad im türkisfarbenen Wasser, mit einem Picknick am weißen Sandstrand sowie sportlicher Betätigung wie etwa Frisbee spielen. 

Im Anschluss fahren wir wieder zurück zum Parkplatz sowie die Straße zurück wie auf dem Hinweg. Nach ca. 2 km biegen wir links auf einen Privatweg ab, der über ein Gehöft (Son Eri) führt.

Hinweis: Sollte das Tor verschlossen sein bietet sich dieser Rückweg nicht an und man fährt den gleichen Weg wieder zurück nach Ciutadella.

Durch ein weiteres Tor verlassen wir den Privatgrund wieder und fahren auf normaler Straße immer weiter geradeaus. An einer Weggabelung halten wir uns rechts und folgen dem Schild Cami de Sa Coma. Die Trockensteinmauern begleiten uns fast den ganzen Weg und wir halten uns auf dieser Straße bis wir zu einer Kreuzung gelangen. Rechts führt ein Schotterweg weiter, geradeaus verläuft die schmalere Straße, wir halten uns hingegen links auf einer etwas breiteren zweispurigen Straße und radeln weiter bis wir zu einem Kreisverkehr kommen. Wir fahren in den Kreisverkehr und verlassen ihn an der zweiten Ausfahrt. Bei der nächsten Möglichkeit halten wir uns links und an der nächsten Kreuzung biegen wir rechts in eine Sackgasse ab.

Wir haben unser nächstes Ziel nach rund 8 km erreicht und vor uns eröffnet sich der Blick auf eine kleine schmale Bucht, die Cala Santandria, die von Felsen eingerahmt ist und den Blick zum Torre des Castellar leitet, einem Wehrturm aus dem 18. Jahrhundert. Wir genießen diesen Blick von der Dachterrasse des Hotel & Restaurant Bahia beim einem kühlen Getränk. 

 

Einkehr: Hotel Bahia

Nach einiger Zeit machen wir uns auf den Rückweg nach Ciutadella. Die Straße fahren wir ein kurzes Stück zurück und biegen bei der ersten Möglichkeit links ab. Dieser Straße folgen wir bis zu einer Kreuzung. Hier halten wir uns rechts und gleich darauf am Kreisverkehr geradeaus (2. Ausfahrt). Entlang eines Radwegs fahren wir bis zum nächsten Kreisverkehr und fahren auch hier erneut geradeaus (2. Ausfahrt) Richtung Zentrum. Am darauffolgenden Kreisverkehr biegen wir links auf den Passeig Maritim ab und folgen diesem entlang der Küste. Wir passieren das Castell de Sant Nicolau und biegen kurz darauf nach rechts in den Passeig de Sant Nicolau ab.

Am Ende der Straße auf einer großen Kreuzung beim Busbahnhof biegen wir erneut rechts ab und radeln entlang der Hauptstraße. Wir folgen der Straße auf einem Radweg und biegen nach rund 600 m nach rechts ab (Straßenschild Richtung Maó). Am Ende dieser Straße sehen wir bereits unseren Ausgangspunkt den Radverleih auf der gegenüberliegenden Seite. Die Strecke betrug nochmal rund 5 km. Insgesamt sind wir ca. 27 km gefahren. 

 

Fahrradverleih: Velos Joan

Am darauffolgenden Tag stand wieder eine Wanderung auf dem Programm. Sie führte uns ins Inselinnere zunächst nach Es Migjorn Gran, einem kleinen beschaulichen Dorf bei dem wir auch Überreste eines Talayots besichtigten. Von dort führte der Weg weiter durch den Barranc de Binigaus, einer Kalksteinschlucht. Wir besuchten eine gewaltige Höhlenkuppel und wanderten durch üppige Vegetation bis zur Meeresmündung an der Playa de Binigaus. Am Meer entlang ging es zurück zu unserem Hotel. 

Wegbeschreibung: 

Wir starten vom Hotel Santo Tomas und folgen der Hauptstraße in östlicher Richtung. An der dritten Möglichkeiten biegen wir links ab. Ein Hinweisschild der Mestral & Llebeig Apartments weist uns den Weg zum Pony Club. Wir wandern leicht ansteigend bis zum Ende der Straße, die bald darauf in einen Schotter- bzw. Waldweg übergeht. Nach wenigen Minuten kommen wir an einem kleinen Ponyreitstall vorbei. Wir passieren ihn und biegen dahinter links ab.

Diesem Weg folgen wir zwei weitere Kehren und wandern auf einem Feld- und Wiesenweg weiter geradeaus. Im Anschluss halten wir uns rechts und passieren ein Gehöft. Links wandern wir zwischen Trockensteinmauern immer weiter geradeaus. Der Weg geht in eine von Bäumen gesäumte Allee über.

Wir genießen die himmlische Stille nur unterbrochen durch das Zwitschern der Vögel. Am Ende passieren wir ein Tor und laufen auf einem offenen Schotterweg weiter. Dieser endet bald darauf auf einem breiteren Weg. Wir halten uns hier links und folgen diesem Weg, vorbei an einer Kläranlage stetig entlang der Trockensteinmauern. Vor uns erblicken wir bereits die weißleuchtenden Häuser von Es Migjorn Gran, unserem ersten Ziel.

Dem Weg folgen wir bis wir zu einer Hauptstraße gelangen. An der Hauptstraße angekommen halten wir uns zunächst rechts und laufen ca. 300 m die Straße entlang bevor es links wieder in einen Schotterweg geht. Dieser endet bei einem kleinen Friedhof. Bevor wir unsere Wanderung zum Barranc de Binigaus fortsetzen machen wir einen Abstecher in den kleinen Ort, biegen also rechts ab.

Zunächst passieren wir Reste einer prähistorischen Siedlung, den Talayots von Binicodrell. Über einen steinigen Aufgang begeben wir uns auf den turmartigen Megalithbau und genießen die Rundumsicht auf die umliegende Landschaft. Weiter geht es hinunter in den Ort. Die Zeit scheint hier stehengeblieben zu sein. Alles wirkt sehr beschaulich und wir schlendern durch die weißen Gassen, die ab und zu durch farbige Fassaden unterbrochen werden. Wir trinken einen Cortado in einem kleinen Café und machen uns im Anschluss auf den Weg zurück zum Talayot und dem dahinterliegenden Friedhof.

 

Einkehr: Sa Placa, Es Migjorn Gran

Hier geht unsere Wanderung weiter. Wir nehmen den Weg der geradeaus zwischen den Mauern zu einigen Gehöften führt und folgen diesem. Am Anwesen Binigaus Vell vorbei, welches rechts liegt, folgen wir dem Pfeil Richtung "Cuevas/Caves". Die Straße geht in einen Schotterweg über und ein kleines Stück hinter der nächsten Kurve zweigt scharf links ein Weg in die Landschaft ab. Der Weg wird schmaler und steiniger und führt nun in die Schlucht hinein.

Wir wandern stetig bergab bis wir zu einem Wegweiser kommen, der auf die großartige Höhle Cova des Coloms hinweist. Wir halten uns hier links und steigen ein kurzes Stück bergauf bis wir über eine letzte Kuppe gehend den einzigartigen Blick in diese natürliche durch Erosion entstandene Höhle erhalten. Sie wird aufgrund ihrer Größe auch Kathedrale genannt.

Nachdem wir die einzigartige Atmosphäre dieses Naturschauspiels genossen haben begeben wir uns auf gleichem Weg zurück zur Abzweigung und biegen nun links ab. Über schmale Wege durch üppige Vegetation wandern wir immer weiter Richtung Süden und durch das Tal. Bald darauf sehen wir bereits das Meer am Horizont. Wir erreichen ein Holztor durch welches wir gehen und überqueren eine Wegkreuzung und folgen dem Weg durch den Wald links Richtung Strand.

An der Playa de Binigaus genießen wir das Meeresrauschen und die Einsamkeit. Heute ist es bedeckt und der sonst beliebte Strand ist fast menschenleer. Nach kurzer Pause wandern wir am Strand entlang in östlicher Richtung. Wir folgen dem Küstenweg und finden ein Restaurant mit herrlicher Aussicht auf das Meer und einer tollen Terrasse. Hier kehren wir zum Mittagessen ein und genießen leckere frittierte Meeresfrüchte bevor es zurück zu unserem Ausgangsort Sant Tomàs geht. 

 

Einkehr: Es Bruc, Sant Tomàs 

Nachdem wir noch nicht genug vom Wandern hatten erkundeten wir am Nachmittag noch die nähere Umgebung von Sant Tomàs und spazierten nach Son Bou, einem kleinen benachbarten Ferienort. 

 

Wegbeschreibung: 

Wir spazieren zunächst nach Osten entlang der Promenade. Es ergeben sich immer wieder Möglichkeiten auf Holzbohlenwegen zum Strand zu gelangen. Wir nutzen diese Gelegenheit und stapfen durch den tiefen Sandstrand bis dieser in Felsen übergeht. Den Markierungen des Cami de Cavalls folgend wandern wir hier über den steinigen Weg und durch Dünenlandschaft immer der Küste entlang. Nach einiger Zeit sehen wir bereits die weißen Häuser von Son Bou. Einen idyllischen kleinen Sandstrand erreichen wir nach ca. 30 Minuten. Hier folgen wir noch ein kleines Stück dem Cami de Cavalls, der u.a. über eine Pferdekoppel ins Landesinnere führt, bevor wir nach einiger Zeit umkehren und auf gleichem Weg zurück zum Hotel laufen.  

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fuhren wir am nächsten Tag in rund 45 Minuten in den Inselosten. Wir besuchten die Inselhauptstadt Mahón. Hier ging es um einiges lebhafter und geschäftiger zu, als zuvor im beschaulichen Ciutadella. Die beiden Städte unterscheiden sich auch in der Architektur. Ciutadella ist spanisch geprägt mit engen Gassen, prunkvollen Stadtgebäuden und Arkadengängen, während in Mahón die strengere britische Architektur zum Tragen kommt. 

Bevor wir die Stadt besichtigten stärkten wir uns mit dem von uns so liebgewonnenen Cortado und balearischen Köstlichkeiten. 

Im Anschluss erkundeten wir die schöne Altstadt und erfuhren einiges über die Geschichte Mahóns; so wurde diese unter englischer Herrschaft letztendlich zur Hauptstadt erhoben.

Wir besuchten unter anderem Mahóns eindrucksvollen Lebensmittelmarkt, der sich im Kreuzgang des ehemaligen Klosters Claustre del Carme am gleichnamigen Platz befindet. Gleich daneben befindet sich der Mercado de Pescados, einem Fischmarkt mit Möglichkeiten bei verschiedenen Anbietern leckere Tapas und Getränke zu kaufen. 

Auch ein ausgedehnter Einkaufsbummel durfte nicht fehlen und so erkundeten wir die zahlreichen Geschäfte und schlenderten durch die Gassen. Von der Placa de la Miranda bot sich schließlich ein toller Ausblick über den Hafen. 

 

Einkehr: Café Es Longuet Forn Artesà

Wir stiegen die Treppen zum Hafen hinab und buchten eine der beliebten Bootstouren durch den zweitgrößten Naturhafen der Welt. Mit einem Glasbodenboot machten wir eine Rundfahrt und erhielten eine einzigartige Sicht auf die Umgebung und einen tollen Eindruck der vielen Sehenswürdigkeiten. Wir fuhren bis zur gewaltigen Festungsanlage La Mola, eine der größten Anlagen Europas und erfuhren dabei viel über die historischen Militäranlagen, den herrschaftlichen Kolonialvillen sowie der kleinen Lazarettinsel, die inmitten der Hafeneinfahrt gelegen ist. Im Boden des Schiffes konnten wir zudem die Unterwasserwelt beobachten. 

Zurück an Land erkundeten wir die Hafenmeile Baixamar. Hier findet sich eine große Palette an Unterhaltungsmöglichkeiten, wie Bars, Restaurants, Souvenirshops sowie die inselweit bekannte Gin-Destillerie Xoriguer. Ein Besuch mit Verkostung verschiedener Liköre sowie dem menorquinischen Gin durfte nicht fehlen. 

Im Anschluss begaben wir uns über die Costa de ses Voltes, einer geschwungenen Treppe, wieder in die Altstadt und zurück zum Busbahnhof. 

 

Bootstour: Yellow Catamarans

Destillerie: Gin Xoriguer

Am späten Nachmittag unternahmen wir im benachbarten Örtchen Son Bou eine geführte Reittour. Diese brachte uns vom Landesinneren durch Felder und Wiesen auf eine Anhöhe direkt ans Meer. Mit einem wunderbaren Ausblick über die Küste genossen wir den Ausritt und waren froh, dass unsere Pferde so geduldig und trittsicher waren. Nach einem kurzen Abstecher an den Strand ritten wir zurück zum Reitstall. Dabei erfuhren wir von unseren äußerst sympathischen Guides einiges über die eigene Pferderasse Menorcas, den Cavalls de Raza Menorquina und über die besonderen Feste der Pferde, den Jaleos, welche in mehreren Orten der Insel stattfinden. 

 

Reittour: Son Bou Rutes A Cavall

Fotos: Myriam Kopp und Carsten Riedl

Tags darauf stand wieder eine Wanderung auf unserem Programm. Auf den Spuren des bekannten Wanderwegs Cami de Cavalls liefen wir zunächst einen uns bereits bekannten Abschnitt an der Küste entlang, durch Kiefernwälder zu einer wunderschönen Bucht und entlang der Küste über holprige Felsen oberhalb des Meeres wieder zurück. Dabei genossen wir die Natur, eine erholsame Auszeit am Strand sowie die unglaubliche Aussicht entlang der steinigen Küstenlinie. 

Wegbeschreibung: 

Vom Hotel laufen wir zunächst an der Strandpromenade in westliche Richtung. Wir kommen an dem uns bekannten Restaurant Es Bruc vorbei und wandern weiter bis zur Playa de Binigaus. Über den Strand gehen wir in den Wald und halten uns rechts. Wir wandern bis zur nächsten Abzweigung und halten uns links und gehen einen kleinen Pfad weiter in den Wald hinein. Die besondere Atmosphäre des alten Baumbestands lässt uns Raum für eigene Gedanken. Wir folgen dem kleinen steinigen Waldweg bis wir zu einer Kreuzung kommen. Hier halten wir uns links und marschieren einen breiteren Weg entlang. 

Hinweis: Hier stehen Warnschilder, dass es sich um Privatbesitz handelt. Wer es nicht riskieren möchte mit dem Besitzer aneinander zu geraten, sollte für den Hin- und Rückweg zur Cala Escorxada den markierten felsigen Küstenweg wählen. 

Wir passieren ein alte Stallung und laufen bereits nach kurzer Zeit wieder unter schattenspendenden Baumbestand, einer Allee gleich in Kehren abwärts zur Bucht. Die von Pinienhainen umrahmte Bucht liegt einsam und verlassen da und wir erfreuen uns an der Ruhe. Bei unserem Besuch war zwar sehr viel Seegras am Strand, aber die kleine Bucht ist dennoch sehenswert und es gibt unter anderem mit einem versteckten Bunker aus dem Spanischen Bürgerkrieg einiges zu entdecken. 

Nach einer ausgiebigen Rast steigen wir über die Felsen bergauf und wandern direkt entlang der Küste mit sensationellen Ausblicken und unzähligen Fotomotiven wieder Richtung Osten. Der Weg führt immer wieder über holprige Felsen und eine gewisse Trittsicherheit ist durchaus erforderlich. 

Der felsige Küstenweg geht zum Ende hin wieder in einen Waldweg über und bald darauf erreichen wir die Abzweigung, an der wir über den Strand von Binigaus wieder zurück zu unserem Ausgangspunkt gelangen. 

 

Einkehr: Es Bruc, Sant Tomàs 

Unsere aktive Auszeit neigte sich bereits dem Ende zu. Doch bevor es wieder nach Hause ging erlebten wir noch eine besondere Unternehmung. 

Es ging mit dem Bustransfer erneut an die Nordküste. Diese Mal fuhren wir nach Na Macaret, einem Fischerhafen mit einer kleinen Feriensiedlung. Ein Team vom Kajakverleih erwartete uns bereits und nachdem wir uns in Neoprenanzüge gezwängt und eine kurze Einweisung erhalten hatten, ging es auch schon auf hohe See.

Mit dem Zweierkajak paddelten wir entlang der Küste und beobachteten Vögel, Bergziegen und erfuhren einiges über die durch den starken Nordwind, der Tramuntana, geformten Küstenlandschaft. Dieses Gebiet gehört zum einzigen Naturpark Menorcas, dem Parc natural de s´Albufera des Grau.

Im Wasser sehen wir immer wieder Unterwasserriffe und Aufschlüsse verschiedenster Gesteine und Felsen, die es zu umschiffen galt. Unser Ziel war ein entlegener Strand an der Punta de Ses Llengues gelegen, der nur auf dem Wasserweg zu erreichen ist. Goldener Sand, große Sanddünen und herrlich klares Wasser machten den Aufenthalt für uns einzigartig. 

Auf dem Rückweg navigierten wir noch in eine kleine fast komplett eingeschlossene Bucht im Osten der vorgelagerten Insel Illa Gran d´Addaia bevor es zurück zum winzigen Strand von Na Macaret ging. 

Nachdem wir uns wieder aus den Anzügen gewunden hatten, kehrten wir noch in einem Restaurant an der kleinen Placa ein und tranken Cortado und kosteten die zwar sehr leckeren, aber wohl teuersten Ensaimadas der ganzen Balearen. Wir fühlten uns das erste Mal als Touristen behandelt und das Ganze hinterließ einen schalen Nachgeschmack. 

 

Kajakverleih: Menorca en Kayak 

Einkehr: Restaurante Biosphera 

 

Erkenntnis des Tages: Fußrücken einschmieren nicht vergessen! Teure Leckereien gibt es an den entlegensten Orten. 

Bevor wir an diesem Tag zurück zu unserem Hotel gebracht wurden, machten wir noch einen Abstecher auf den einzigen Berg Menorcas, der inmitten der Insel liegt. Der Monte Toro ist über eine Straße vom weißen Dörfchen Es Mercadal erreichbar. Oben befindet sich eine überdimensionierte Christus-Statue, ein Franziskanerkloster mit Kirche, ein Souvenirshop sowie ein kleines Restaurant.

Die fantastische Rundumsicht von hier oben war ein krönender Abschluss einer ereignisreichen Woche. 

 

Am nächsten Morgen ging es bereits sehr früh mit dem Bustransfer zum Flughafen. Von dort flogen wir mit TUI fly dieses mal per Direktflug nach Frankfurt und fuhren von dort aus mit dem Zug nach Hause.

Fazit: 

Wir haben rundum eine wunderbare Zeit auf Menorca erlebt. Die Insel ist ein Paradies für Naturliebhaber. Durch unsere vielen Aktivitäten und Wanderungen konnten wir die Insel von ihrer schönsten Seite entdecken und fanden dabei viel Ruhe, traumhaft schöne Buchten, tolle Städte und viel Geschichte vor. Leider war die Zeit viel zu schnell vorbei und wir wären gerne noch länger geblieben. Die Insel wird uns aber im Gedächtnis bleiben und wir werden sicherlich wiederkommen. 

Einzig die lange An- und Abreisezeit, die wir durch Gabelflüge oder Zugverbindungen hatten, war für uns ein Punkt, der verbesserungswürdig wäre. Allerdings gibt es hauptsächlich nur Multistoppflüge nach Menorca und das wird sich daher nicht vermeiden lassen. Die Insel entschädigt aber für vieles. 

Wir können einen Urlaub auf Menorca für all diejenigen empfehlen, die Ruhe und Entspannung abseits des Massentourismus suchen und es lieben die Natur und Geschichte eines Landes zu entdecken. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Frank (Mittwoch, 06 Juni 2018 20:45)

    sehr schöne Pics!!!!!!

  • #2

    Beatriz Saura (Freitag, 10 August 2018 20:44)

    Hallo Jessica!
    Ich habe deinen Bericht über meine Insel geliebt! Menorca ist wunderbar und Ihre Fotos spiegeln es sehr gut.
    Vielen Dank für das Teilen!