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Deutschland - ein Land der "Schweizen"

Fährt man durch Deutschland begegnen einem unweigerlich Regionen mit der Bezeichnung "Schweiz". Es gibt mittlerweile weitaus mehr als 100 "Schweizen" in Deutschland, allerdings hinkt der Vergleich zum kleinen neutralen Staat mit seinen vielen wunderschönen Seen, Dörfern, Bergen und der Heidi-Idylle vielerorts. 

 

Der Begriff hat sich wohl in der Epoche der Romantik geprägt als Künstler, eben auch aus der Schweiz, sich an ihre Heimat erinnert fühlten und somit den Vergleich hervorbrachten. Felsen, Flüsse,  Seen und Wälder erinnern an ein ähnliches Naturidyll und animieren zum Wandern, Spazieren, Radeln, Klettern. 

 

Auch wir machten uns auf und erkundeten Teile zwei der bekanntesten "Schweizen". Zunächst ging es in die Sächsische Schweiz und zum Schluss noch auf einen kurzen Abstecher in die Fränkische Schweiz. Wir waren das erste Mal mit unserem neu erworbenen Camper Van unterwegs und testeten auch gleich die ersten Camping Plätze und unsere Ausstattung. Hatten wir an alles gedacht? Fehlten irgendwelche wichtigen Utensilien? Wie lange könnten wir autark ohne Landstrom stehen? Es gab einige Fragen. Letztendlich hat aber alles wunderbar geklappt und wir konnten die Schönheit der Natur genießen. 

Zwischenstopp im oberfränkischen Fichtelgebirge

Nachdem wir unseren Fred in den Tagen zuvor aufgehübscht und mit diverser Grundausrüstung ausgestattet hatten, starteten wir unseren kleinen Roadtrip am späten Nachmittag und hofften soviel Strecke wie möglich machen zu können. Unser eigentliches Ziel war die Sächsische Schweiz, aber uns war bewusst, dass wir die nahezu 550 km nicht mehr komplett absolvieren würden. Nach einem gigantischen Sonnenuntergang suchten wir uns mit Hilfe der App Park4Night eine Übernachtungsmöglichkeit in der näheren Umgebung. Die Wahl viel auf einen kostenlosen Stellplatz oberhalb von Marktredwitz. Grundsätzlich war alles in Ordnung und der Platz ist ruhig gelegen, aber als wir mit unserem kleinen Camper Van ankamen war bereits jeder in seinem Wohnmobil und wir erblickten keine Menschenseele. Am nächsten Morgen waren wir auch die ersten, die den Platz wieder verließen. Ich hatte mir unsere erste Übernachtung geselliger oder wenn schon einsam, dann in einer schöneren Umgebung vorgestellt. Aber daraus lernt man ja zum Glück. Ein großes Manko war, dass es keine öffentlichen Toiletten in der Nähe gab und da wir bisher noch keine Toilette im Van haben, mussten wir uns anderweitig helfen. Hier besteht noch eindeutig Verbesserungspotential. Von der näheren Umgebung haben wir nichts weiter gesehen sondern den Ort tatsächlich nur als nächtlichen Zwischenstopp genutzt. 

Elbüberquerung bei Rathen

Am frühen Morgen ging es nach einem kleinen und schnellen Frühstück beim örtlichen Bäcker direkt weiter. Bevor wir zu unserem eigentlichen Ziel fuhren beschlossen wir eine der größten Sehenswürdigkeiten in der Sächsischen Schweiz zu besichtigen. Die Sächsische Schweiz befindet sich im deutschen Teil des Elbsandsteingebirges südöstlich von Dresden an der tschechischen Grenze. Die Elbe fließt hindurch und eindrucksvolle Felsformationen prägen die Landschaft. 

Wir fuhren zunächst nach Rathen, um die Bastei zu erwandern und den grandiosen Blick von dort oben zu genießen. Rathen ist ein kleiner Kurort und wird durch die Elbe in zwei Ortsteile getrennt. Wir parkten unseren Fred in Oberrathen am großen Parkplatz direkt an der Elbe. Das Tagesticket kostete 4€. Um zu dem verkehrsberuhigten Ortsteil Niederrathen zu kommen benutzten wir die unter Denkmalschutz stehende historische Gierseilfähre. Hin- und Rückfahrt kosten pro Person je 2 €. Durch ein langes Drahtseil welches am Bug und am Heck der Fähre befestigt ist, nutzt die Fähre durch Veränderung der Länge der Seilenden zueinander die Strömung der Elbe, um durch den Druck des anströmenden Wassers ans jeweilige Ufer gedrängt zu werden. 

Durch die Schwedenlöcher zur Bastei

Wanderung Teil 1: 

 

Unsere kleine Rundwanderung startet mit Übersetzen der Fähre auf der anderen Seite der Elbe und wir laufen zunächst durch den sehr schönen Ortsteil Niederrathen. Hier ist alles sehr touristisch angehaucht; ein Restaurant nach dem anderen und Souvenirgeschäfte begleiten uns auf dem Weg durch den Ort. Wir wandern durch den Amselgrund an der Theaterkasse der Felsenbühne Rathen vorbei  und gelangen zum Amselsee, der von tollen Gesteinsformen überragt wird. Auf dem schmalen, aber langgestreckten Amselsee bieten sich Boots- und Tretbootfahrten an. Wir spazieren allerdings an ihm vorbei weiter in den Wald hinein bis nach kurzer Zeit links eine erste Treppe hinauf zu den sogenannten Schwedenlöchern führt. Der weitere Weg ist abwechslungsreich und äußerst schön, so führt er durch eine Art Schlucht. Durch enge Felsdurchgänge schlängelt er sich stets bergauf. Dabei sind einige Treppen zu überwinden bis wir zu einem ersten Aussichtspunkt, der sogenannten Pavillionaussicht auf der gegenüberliegenden Seite der Bastei gelangen. Der Blick auf die Steine und über die Landschaft ist einfach wundervoll und wir verschnaufen hier kurz nach diesem Aufstieg. Durch den Wald geht es dann fast eben weiter bis wir zum großen Parkplatz in unmittelbarer Nähe der Bastei kommen. Vorbei am Panoramarestaurant nehmen wir uns die einzelnen Aussichtspunkte vor. Wie zu erwarten war sind wir hier oben nicht alleine. So müssen wir uns oft gedulden, bis wir die Umgebung auf uns wirken lassen können und eine geeignete Fotoposition erreichen. Dennoch ist es einfach faszinierend was die Natur hier geschaffen hat. Die Felsformation Bastei ist eine der meistbesuchten Touristenattraktionen der Sächsischen Schweiz. Die Felsen fallen ca. 200 m steil zur Elbe ab und sie bieten eine wunderschöne Aussicht über das Elbtal. 

Wanderung Teil 2: 

 

Über die Basteibrücke erreichen wir die mittelalterliche Ruine der Felsenburg Neurathen. Eine Besichtigung ist empfehlenswert und den geringen Eintrittspreis durchaus wert. Über Treppen und Stege lassen sich die Ausmaße dieser historischen Burg erahnen. Sie führen auf einem Rundweg durch die Reste der Burg und bieten in alle Richtungen wunderbare Ausblicke. Vorbei an der Felsenburg führt der Basteiweg über Stufen und durch Wald zurück in den Ort. Es gibt wie bereits erwähnt genügend Einkehrmöglichkeiten im Ort, allerdings sind diese recht teuer. Zurück über die Elbe geht es erneut mit der Fähre. 

 

Diese Rundwanderung ist ca. 6 km lang und die reine Gehzeit beträgt ca. 2 Std. Mit Fotospots und Pausen haben wir natürlich etwas länger gebraucht. Die Ausblicke sind sensationell und sollten genossen werden. 

Camping Ostrauer Mühle

Unser Campingplatz liegt verkehrsgünstig inmitten von Wald in der hinteren Sächsischen Schweiz. Direkt am Platz fährt die Buslinie 241 Bad Schandau – Hinterhermsdorf (2,30 € p.P./Fahrt) sowie die Kirnitzschtalbahn (5 € p.P./Fahrt; Tageskarte 8 € p.P.). Sie ist eine historische Überlandstraßenbahn und verkehrt von Bad Schandau durch das Kirnitschtal bis zum Lichtenhainer Wasserfall. Die gesamte Strecke ist eingleisig und führt entlang der Seite auf der Straße; normaler Fahrzeugverkehr muss hier daher besonders aufpassen, wenn die Bahn entgegen kommt.

Der Campingplatz ist einer der ältesten Plätze Deutschlands, weist aber ein modernes Sanitärgebäude auf. Zum Duschen benötigt man eine Duschkarte, die man bei Anmeldung aufladen kann. Das restliche Guthaben wird beim Check-Out wieder zurück erstattet. Ein kleiner Kiosk bietet allerhand für den täglichen Bedarf sowie einen Brötchenservice, allerdings auch nur zu bestimmten Öffnungszeiten. Für drei Nächte haben wir 73 € gezahlt. Diese berechnen sich wie folgt: 7 € p.P., 6 € Wohnmobil, 1 € Müllgebühr, 12 € Kurtaxe. Der Internetempfang ist auf dem gesamten Platz eher nicht vorhanden. 

Zu erwähnen sei lediglich, dass es feste Anmeldezeiten gibt, die für uns und auch für viele andere vor Anreise so nicht ersichtlich waren und sich erst am Platz offenbarten. Wartezeiten könnten hier vermieden werden, wenn die Öffnungszeiten der Rezeption vorab bekannt werden. Sie sind von 08.00 - 10.00 Uhr und von 16.00 - 19.00 Uhr.

Wir haben uns auf dem Platz aber durchaus wohl gefühlt und neue Bekanntschaften gemacht. Den Platz können wir grundsätzlich weiterempfehlen. 

Bad Schandauer Runde

Wanderung:

 

Mit dem Bus geht es vom Campingplatz zunächst nach Bad Schandau. Vom großen Parkplatz sowie Fähranleger direkt an der Elbe in Bad Schandau starten wir unsere heutige Wanderung. Am Hotel Elbresidenz vorbei spazieren wir in Richtung Stadt. Wir kommen am Marktplatz vorbei und sehen rechts den Sendigbrunnen sowie dahinter die St. Johannis Kirche. Wir laufen allerdings weiter geradeaus und bis zum Ende der Straße. Ein Wegweiser zeigt uns den Weg über Stufen hinauf Richtung Schloßbastei und Burgruine. Oben angekommen halten wir uns rechts und folgen dem Weg weiter bergan zur Ruine der Burg Schomberg. Leider hat man von hier keinen so guten Ausblick, da vieles zugewachsen ist. Wir gehen den Weg ein Stück zurück und gehen weiter zur Schloßbastei. Von hier haben wir einen tollen Blick über den Ort und die Elbe. Wir folgen einem Waldweg der uns wieder abwärts Richtung Ort führt. An der Kirnitzschtalstraße herauskommend folgen wir dieser zurück in den Ort und zurück an die Elbe. Wir halten uns links und folgen dem Elbufer vorbei an der Toskana-Therme bis wir zur Parkanlage des Parkhotels Bad Schandau kommen. Wir biegen links ab und sehen bereits auf der anderen Straßenseite den historischen Personenaufzug, der uns kurz darauf in luftige Höhen bringt. Die Fahrt kostet einfach pro Person 1,80 €. Oben angelangt erwartet uns eine kleine Einkehrmöglichkeit sowie ein Luchsgehege. Das Gehege wirkte auf mich viel zu klein und hier scheiden sich vermutlich die Geister, ob diese Tiere so gehalten werden sollten. Wir halten uns erneut links und wandern weiter in den Wald hinein. Nach kurzer Zeit erreichen wir einen schönen Aussichtspunkt bevor es dann am Luther-Denkmal über Stufen wieder zurück in den Ort geht. Wir spazieren durch den Kurpark bis zur Haltestelle der Kirnitzschtalbahn.  

 

Auf dieser Rundwanderung sind wir ca. 4 km gewandert. Die Strecke zeitlich einzugrenzen ist relativ schwierig, da wir immer wieder Stopps gemacht haben und unter anderem auch das Nationalpark Zentrum Sächsische Schweiz besucht haben. Die Ausstellungen sind sehr sehenswert und der Besuch ist kurzweilig und interessant. Der Eintritt kostet pro Person 4 €. 

Über Leitern und Treppen auf die Schrammsteinaussicht

Wanderung: 

 

Wir unternehmen eine Wanderung direkt vom Campingplatz. Oberhalb des Sanitärgebäudes führt der Weg in den Wald hinein. Links geht es auf dem sogenannten Flößersteig direkt zum Lichtenhainer Wasserfall. Wir wandern aber rechts bergauf und folgen zunächst der Beschilderung Hohe Liebe. Unser Ziel sind die Schrammsteine. Sie sind eine langgestreckte, stark zerklüftete Felsgruppe des Elbsandsteingebirges. Die touristisch zugängliche Schrammsteinaussicht ist sehr beliebt. 

Aus dem Wald kommend biegen wir links ab und folgen dem Steinbrecherweg auf dem auch eine Etappe des Malerwegs verläuft. Der Malerweg ist ein bekannter Weitwanderweg, welcher über 8 Wegabschnitte auf rund 112 km durch die Sächsische Schweiz führt. 

Wir halten uns rechts auf dem Bauweg und folgen an der nächsten Verzweigung dem Elbleitenweg zum Schrammtor. Eine Blaustrich-Markierung weist uns den Weg. Auf bequemen Waldweg wandern wir am Fuße der Schrammsteine entlang bis zur nächsten Verzweigung. Hier geht es der Beschilderung folgend den Wildschützensteig (nur im Aufstieg zu nutzen) weiter bergauf. Über Leitern, Treppen und durch enge Gänge geht es stetig hinauf bis wir oben an einem kleinen Picknickplatz rauskommen. Nach kurzer Rast folgen wir links dem Weg zur Schrammsteinaussicht, die erneut über Leitern erreicht wird.

Hier oben ist man wohl nie allein und die Aussicht ist einfach grandios, so hat man eine tolle Rundumsicht über die Sächsische Schweiz.

Für den Abstieg gehen wir zurück zur Picknickstelle und wandern von dort geradeaus weiter auf dem Schrammsteingratweg. Auch auf dem Gratweg ist man nicht allein und hier ist einiges los. Wir entscheiden uns links den Abstieg über eine steile Treppe und Eisenleitern hinunter zu folgen. Unten halten wir uns rechts und folgen der Beschilderung Beuthenfall. Es geht über bequeme Waldwege immer weiter der Beschilderung Richtung Beuthenfall folgend bis wir den dortigen Parkplatz erreichen. Hier halten wir uns rechts und laufen ein Stück die Straße entlang bis wir zum Lichtenhainer Wasserfall gelangen. 

 

Für unsere Wanderung benötigen wir ca. 4 Stunden und legen mehr als 10 km zurück. 

Vom Lichtenhainer Wasserfall zum Kuhstall

Der Wasserfall ist nicht besonders groß und es lohnt sich nicht extra deswegen hierher zu kommen, aber die touristischen Einkehrmöglichkeiten und die Endstation der Kirnitzschtalbahn machen ihn zu einem bekannten Spot. Nach kurzer Einkehr (Bratwurst, Semmel, Sächsisches Bier) und musikuntermaltem Wasserfallgetöse erweitern wir die Tour noch zum sogenannten Kuhstall. Er ist das zweitgrößte Felsentor im Elbsandsteingebirge. Er befindet sich auf dem Neuen Wildenstein und ist über einen breiten Waldweg erreichbar. Direkt am Kuhstall befindet sich ein geländegesicherter Aussichtspunkt. Etwa in der Mitte der Felsformation führt die sogenannte Himmelsleiter durch einen schmalen Felsspalt nach oben zu einem weiteren Aussichtspunkt. Wir kehren noch im Gasthaus am Kuhstall auf einen Kaffee und Kuchen ein bevor es auf gleichem Weg zurück durch den Wald zur Haltestelle der Bahn geht und wir mit dieser zurück zum Campingplatz fahren. 

Für die kleine zusätzliche Wanderung mit Einkehr benötigen wir ca. 1,5 Stunden. Hin- und Rückweg betragen ca. 4 km. 

Regenwetter in Sicht

Wir hatten noch so viele Pläne, aber aufgrund des zunehmend schlechter werdenden Wetters gab es eine Planänderung. Das ist ja eigentlich das Gute am Camping - wir können flexibel sein. Eine Wanderung sowie Kahnfahrt bei Hinterhermsdorf, sowie ein Ausflug in das kleine Bio-Dörfchen Schmilka sowie über die tschechische Grenze nach Hrensko mussten leider ausfallen.

Wir nutzten den Regentag als Fahrtag und fuhren wieder Richtung Süden. Dabei beschlossen wir, die restlichen Tage in der Fränkischen Schweiz zu verbringen. Wettertechnisch und auch landschaftlich haben wir diesen Entschluss nicht bereut. 

Auf geht´s in die Fränkische Schweiz

Die Fränkische Schweiz wird das Gebiet zwischen Bamberg, Bayreuth und Erlangen genannt. Auch hier finden wir Hügellandschaften mit markanten Felsformationen. Zudem gibt es viele Höhlen sowie Burgen bzw. Burgruinen. Pottenstein, unser nächstes Ziel gehört zu einem der bekanntesten Orte.

In dem Begriff „Schweiz“ spiegelt sich erneut die Vorstellung aus der Romantik wider, die den Landschaftsabschnitt aufgrund der Berge, Täler und Felsen mit der Namensgeberin vergleicht. 

 

Pottenstein befindet sich im Naturpark Fränkische Schweiz / Veldensteiner Forst. Rundum befinden sich tolle Wander- und Freizeitmöglichkeiten. Mit ca. 70 Brauereien hat die Region die höchste Brauereidichte der Welt - was uns als Biertrinker sehr entgegen kommt. Außerdem können wir einen Brauchtum der Region bewundern, die sogenannten Osterbrunnen, die zur Osterzeit aufwendig geschmückt werden und uns vorher nicht bekannt war. 

In der Teufelshöhle

Da es immer noch regnete, entschlossen wir uns eine Höhlenbesichtigung zu machen. Eine der bekanntesten und größten Höhlen ist die Teufelshöhle bei Pottenstein. Sie ist auf einer Länge von 1,5 km begehbar und gilt als eine der schönsten Schauhöhlen in Deutschland. Die Führung erfolgt auf gut begehbaren Wegen und Treppen mit Geländer, aber auch durch enge Gänge, die Hohlräume, Nischen und Hallen miteinander verbinden. Wir waren ca. 60 Minuten in der Höhle unterwegs und lauschten immer wieder einzelnen Erklärungen und betrachteten die kurzen animierten Licht- und Musikeinlagen an besonders schönen Stellen. Wir kamen oberhalb der Höhle wieder ans Tageslicht und liefen über einen verwunschenen Weg zurück zum Parkplatz. Der Eintritt beträgt 5 € pro Person.

 

Nun waren wir hungrig und da das Wetter keine Kochmöglichkeit am Campingplatz zu ließ entschlossen wir uns Essen zu gehen. Leider erwies sich das als äußerst schwierig. Fast jedes Restaurant schien am Montag Ruhetag zu haben oder der Koch war krank - ja auch das hörten wir an diesem Tag. Nach einem Hinweis einer netten Dame fanden wir dann doch noch eine Einkehrmöglichkeit und konnten uns gutes Essen im Landhotel Bauernschmitt schmecken lassen. 

Camping Bärenschlucht

Unser Campingplatz liegt etwas außerhalb von Pottenstein direkt an der Straße B470. Allerdings trennt der Fluss Püttlach die Straße vom Platz. Mit den Felswänden im Hintergrund ist er also recht idyllisch gelegen. Wir hatten uns einen Stellplatz direkt am Wasser gesucht und konnten die Natur (Szenen einer Enten-Ehe) quasi live miterleben. Eine eigene Gaststätte sowie ein Einkaufsladen mit Brötchenservice sind vorhanden. Die Sanitäreinrichtungen sind sauber und großzügig. Zum Duschen werden 0,50 € Stücke benötigt. Wir erreichten den Platz nach Büroschluss und konnten uns einfach einen freien nicht reservierten Platz aussuchen. Die Anmeldung am nächsten Tag erfolgte völlig problemlos. 

Für 2 Übernachtungen bezahlten wir 33,40 €. Der Betrag setzte sich wie folgt zusammen: Fahrzeug 4,50 € pro Tag, 2 Erwachsene 11,20 € pro Tag, Müllgebühr 1 € pro Tag. 

Auch diesen Stellplatz können wir ohne Bedenken weiterempfehlen. 

Entlang der Pottensteiner Erlebnismeile

Wanderung: 

 

Von unserem Campingplatz starten wir unsere Wanderung und laufen links die Straße hinauf durch die sogenannte Bärenschlucht. Nach kurzer Zeit führt uns links ein Wegweiser etwas steiler den Wald hinauf Richtung Pottenstein. Aus dem Wald herauskommend folgen wir den Wegweisern zunächst rechts und dann wieder links über Felder bis wir den Orsteingang in Höhe der Jugendherberge von Pottenstein erreichen. Wir wandern auf der Straße hinunter in den Ort und erkunden diesen bevor wir auf der anderen Seite den Fußweg Richtung Burg Pottenstein einschlagen. Sie ist die älteste Burg in der Fränkischen Schweiz und kann besichtigt werden. Allerdings hatte sie an unserem Tag (einem Montag) geschlossen. Wir machen einen kurzen Abstecher zum Aussichtspunkt Hohe Warte bevor es wieder unten an der Burg angekommen auf der Straße Richtung Elbersberg geht. Die Straße geht in einen Schotterweg über und wir wandern zur sogenannten Himmelsleiter. Der Aussichtsturm bietet auf einer Plattform in Höhe von rund 26 Metern eine tolle Rundumsicht in die Fränkische Schweiz. Von oben offenbart sich auf der Wiese unterhalb des Turms noch eine ganz andere Aussicht. In Elbersberg angekommen wandern wir kurz durch den Ort; wir folgen der Markierung roter Punkt und blauer Kreis aus dem Ort hinaus und folgen dem Weg abwärts über Wurzeln durch den Wald. An der Straße B470 angekommen überqueren wir diese und halten uns rechts. Auf der anderen Seite des Flusses geht es wieder zurück Richtung Pottenstein. Dabei passieren wir erneut die Teufelshöhle sowie kurze Zeit später den Schöngrundsee sowie die Sommerrodelbahn. Nach einiger Zeit erreichen wir Pottenstein. Bei herrlichstem Sonnenschein kehren wir auf Kaffee und Kuchen ins Stadtcafé Wunderlich ein. Im Anschluss überqueren wir die Hauptstraße und wandern entlang des Fernwanderwegs Frankenweg links oberhalb der Hauptstraße erneut durch schönen Wald und imposanten Kletterfelsen bis wir wieder zum Eingang unseres Campingplatzes gelangen. 

 

Für unsere Rundwanderung haben wir ca. 4,5 Stunden benötigt. Der Streckenverlauf war ca. 16,5 km lang.  

Reisefazit

Wieder einmal bestätigte sich, dass Reisen im eigenen Land keineswegs langweilig sein muss. Deutschland hat so viele schöne Ecken zu bieten, die einfach entdeckt werden wollen. Für uns ist der südöstliche Bereich davon ideal für Wochenendtrips und Kurzausflüge geeignet und wir werden nun sicherlich häufiger unterwegs ein. Zudem haben wir unsere ersten Camping-Erfahrungen mit dem eigenen Camper Van sammeln können. 

Um einige Tage völlig autark stehen zu können fehlte uns (eigentlich eher mir) eine Toilette. Strom- und Wassertechnisch hatten wir allerdings überhaupt keine Probleme. Unsere Kocher betreiben wir mit Gas, sodass auch ein morgendlicher Kaffee sowie warmes Essen überhaupt kein Problem waren. Wir haben uns bewusst für den ersten Ausflug mit Fred für Campingplätze entschieden, falls doch etwas noch nicht so ganz passen sollte. Wir sind nach den Tagen aber so eingespielt und beruhigt, dass die Infrastruktur eines Stellplatzes grundsätzlich für uns nicht mehr wichtig ist - es sei denn man benötigt mal wieder eine heiße Dusche.

Wir waren 6 Tage unterwegs und sind ca. 1.000 km gefahren. Was wir zuvor nicht bedacht hatten, war das wir mit Fred nicht so schnell unterwegs sein können wie mit einem normalen PKW, daher war die Route etwas optimistisch geplant, aber auch daraus lernen wir. Das Autofahren ist aber grundsätzlich viel entspannter und wir freuen uns nun darauf Nebenstraßen zu entdecken und nicht stumpf eine Autobahn entlang zu jagen. 

 

Was sind eure Erfahrungen unterwegs beim Camping? Habt ihr noch Tipps und Tricks, die nicht die üblichen Anwendungen und Ausstattungen betreffen? Ich würde mich über euer Feedback freuen. 

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Kommentare: 5
  • #1

    Alexandra Sefrin (Dienstag, 06 August 2019 20:18)

    Liebe Jessica,
    das ist ja extrem witzig, wir waren auf den gleichen Campingpätzen und haben so ziemlich das Gleiche angeschaut!
    Wir sind nach unserem Besuch in der Sächsischen Schweiz dann nochmal rückfällig geworden und sind den Malerweg in sechs Tagen gelaufen. Das war ein echtes Highlight.
    Liebe Grüße

    Alex

  • #2

    Manu (Dienstag, 06 August 2019 21:13)

    Wow, ein superschöner Bericht mit traumhaften Fotos - ich bekomm richtig Lust, die "Namensvettern" meiner Heimat ebenfalls zu besuchen und zu durchwandern. :-D Das ist übrigens das allererste mal, dass mir ein Plural des Wortes Schweiz begegnet, hihi. :-D

    Vielen Dank fürs' Teilen und Inspirieren.

    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Manu

  • #3

    Jessica Dehn (Dienstag, 06 August 2019 21:24)

    Vielen Dank für eure Kommentare. Zufälle gibt es im Leben...
    Freut mich, dass der Bericht und die Bilder so gut ankommen.

  • #4

    nordicfamily (Donnerstag, 08 August 2019 13:48)

    tolle Bilder von einer tollen Gegend! Danke - da müssen wir mal wieder hin!

  • #5

    Jessica Dehn (Freitag, 09 August 2019 16:19)

    Danke für den Kommentar, nordicfamily. Auf jeden Fall ist die sächsische wie auch die fränkische Schweiz eine Reise wert.