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Ein kulinarisches Wochenende in Inzell in den Bergen

Erneut waren wir im bayerischen Voralpenland unterwegs und haben uns dieses Mal auf kulinarische Spuren begeben. Nachhaltigkeit und Regionalität werden hier noch groß geschrieben. Wer wert darauf legt was auf seinen Teller kommt, der ist hier genau richtig. 

 

Nach nur  ca. 1 Stunde Autofahrt waren wir bereits in Inzell, umgeben von den Chiemgauer Alpen fühlten wir uns gleich wie im Urlaub. Dieses Mal ließen wir es uns schmecken und probierten allerlei Produkte und Adressen aus, die in Inzell für Regionalität und alpenländische Küche stehen. Aber auch unsere Unterkunft war etwas ganz besonderes.

 

Seid ihr gespannt?  Dann nehmen wir euch mit auf einen kleinen Rundgang durch --> Inzell mit allerlei leckeren Tipps. 

Ein Schnapserl in Ehren kann niemand verwehren

Gerade in Inzell angekommen, streifen wir durch den Ort. Ein paar Mal waren wir schon hier und doch kennen wir noch längst nicht jede Ecke.

Ein uriges Stüberl neben einem Getränkeladen weckt unser Interesse. Draußen gibt es Sitzgelegenheiten und jeder Tisch ist hübsch dekoriert. Das schaut doch einladend aus. Wir kommen mit der Besitzerin ins Gespräch und erfahren, dass das Enzianstüberl bereits vor 90 Jahren existierte und von ihrem Großvater betrieben wurde. In der Anfangszeit war es eine Limonadenfabrik und später wurden auch selbst gebrannte Schnäpse und Liköre verkauft. Immer mehr Leute wollten diese auch probieren und so entstand das Enzianstüberl. Einen kleinen Verkaufsraum gibt es immer noch. 

Heute gehört ein sehr gut sortierter Getränkeladen zum Betrieb. Uns fällt auf, dass viel Sorgfalt auf eine regionale Produktauswahl gelegt wird. Das Mineralwasser kommt von regionalen Quellen und Produzenten und es gibt verschiedene Biere von regionalen Brauereien. Egal was ihr an Getränken sucht, bei --> Getränke Kastner in Inzell werdet ihr auf jeden Fall fündig.

Probiert ruhig einmal etwas Neues aus, denn es müssen ja nicht immer die bekannten Marken sein, die man kauft. Die unglaubliche Auswahl an Spirituosen ist das Aushängeschild des Getränkeladens. Darunter finden wir auch selbst hergestellte Sorten wie zum Beispiel den Enzianschnaps, Enzianlikör und Obstler. 

Wir bekommen eine kleine Ausführung zur Herstellungsweise des Enzianschnapses und halten das erste Mal eine Enzianwurzel in der Hand. Da wir den Schnaps noch nie zuvor getrunken haben, möchten wir ihn natürlich auch probieren. Erstaunlich wie mild er schmeckt und dabei steckt noch jede Menge Gutes darin. Er ist sehr bekömmlich und Enzian ist gut für den Magen und die Verdauung.

Wer keinen Alkohol trinkt, dem können wir eine erfrischende Limonade ans Herz legen. Bestellt das nächste Mal wenn ihr in Inzell seid doch einfach einmal ein Enziankracherl und lasst euch überraschen! Uns hat die erfrischende Limonade grandios geschmeckt. 

Mit dem Rad zur Alm

Wir bekommen Hunger und was liegt da näher als eine der schönen Almen, ganz in der Nähe des Ortes, aufzusuchen. Mit dem Rad fahren wir zur beliebten -->  Kesselalm. Sie ist bereits gut besucht, aber wir werden sehr schnell bedient und nach kurzer Zeit stehen zwei kühle und erfrischende Getränke vor uns. 

Der Geruch nach den frisch zubereiteten Speisen lässt uns das Wasser im Mund zusammen laufen. Hmmm - wie das duftet! Den wunderbaren Blick ins Tal genießend, sitzen wir an einem Biergartentisch und studieren mit knurrenden Mägen die Speisekarte. 

Wir bestellen den Kessel-Alm-Burger, der auf einer Schiefertafel angeschrieben steht. Bei dieser Gelegenheit erkundigen wir uns nach der Herkunft der verwendeten Zutaten.

Die Tochter des Hauses gibt uns bereitwillig Auskunft. Der Familienbetrieb verwendet fast ausschließlich regionale Produkte. Das Fleisch kommt zum Beispiel unter anderem von den beiden ortsansässigen Metzgereien.

Nebenbei erfahren wir noch, dass viele Familien, aber auch Radfahrer und Wanderer den Weg zur nicht weit vom Inzeller Ortskern gelegenen Kessel-Alm finden. Ein Klassiker ist der Kaiserschmarrn. Aber auch die Käsespätzle seien ein Gedicht! Es hilft nichts  - wir müssen noch einmal wieder kommen. ;-) 

Während wir unseren Burger genüsslich verspeisen, hören wir im Hintergrund begeistertes Kindergeschrei. Auf einer mit Wasser befeuchteten Rodelbahn rutschen sie mit Gummireifen die Wiese hinunter. Aber auch der ein oder andere Erwachsene lässt sich diese Gaudi nicht nehmen. 

Die Kessel-Alm ist ein gemütlicher und familiärer Ort und eine Einkehr darf bei einem Inzell Urlaub nicht fehlen. Na? Habt ihr jetzt auch Lust bekommen?  

Familienbetriebe stehen für Qualität und Frische

Nachdem wir jetzt bereits mehrfach von der guten Qualität der ortsansässigen Metzgereien gehört haben, werden wir neugierig. Beide Metzgereien sind Familienbetriebe und im Ortskern von Inzell zu finden. Es wird auf Regionalität Wert gelegt und die Tiere kommen von Bauern und Jägern aus dem Umland.

Wir stehen in einer Schlange vor dem Geschäft der --> Metzgerei Eicher in Inzell. Aufgrund der aktuellen Situation dürfen sich nicht viele Menschen gleichzeitig im Geschäft aufhalten. Aber auch ohne diese Maßnahme wäre viel los und wir müssten warten. Beide Metzgereien sind sehr beliebt und Einheimische wie auch Urlauber kaufen ihr Fleisch und die Wurst bewusst im Fachgeschäft und nicht im Supermarkt. Eine erfreuliche Beobachtung.

Die Wurst- und Fleischauslage ist gut gefüllt und von Schnittwurst über Frischfleisch bis hin zu Grillfleisch oder Geräuchertem ist alles vorhanden und kann gekauft werden. Es gibt sogar eine kleine Imbisstheke mit frisch gebackenem Leberkäse zum gleich essen.

Ein kurzer Abstecher zur --> Metzgerei Hirschbichler zeigt uns ein ganz ähnliches Bild. "Leider" ist soviel los, dass wir keine weiteren Bilder machen können. 

Wir haben geschlafen wie ein Bär

Eine ganz besondere Nacht liegt hinter uns. Wir haben das erste Mal in einem Schlaffass übernachtet. Wir geben zu, dass das Ganze etwas spartanisch ist, aber letztendlich ist alles vorhanden was man braucht und wir haben uns rundum wohl gefühlt. 

Auf dem kleinen Sitzplatz im Freien, direkt vor dem Schlaffass an einem kleinen Bach gelegen, können wir das schöne Wetter genießen. Aber auch im Inneren gibt es eine Sitzmöglichkeit, schön dekoriert mit Kissen und Schaffellen und dazu ein ausziehbarer Tisch, um auch bei nicht so schönem Wetter ein Dach über den Kopf zu haben. Für Strom und somit Licht ist gesorgt. Ein gemütliches, höhlenartiges Bett mit rot karierter Bettwäsche lässt uns gemütlich schlummern. Toilette und Dusche können wir im Gebäude der alten Ödmühle nutzen. Also ist jedweder Komfort vorhanden. Mit dem Plätschern des Baches schlafen wir ein und mit Vogelgezwitscher und den ersten Sonnenstrahlen wachen wir wieder auf. Hach herrlich! So können wir entspannt in den Tag starten. 

Eine Schlaffass-Übernachtung könnt ihr nicht nur bei der Historischen Ödmühle, sondern auch auf dem Campingplatz Lindlbauer erleben. Für uns war diese Nacht eine ganz neue Erfahrung und wir könnten uns durchaus vorstellen das noch einmal zu wiederholen. 

Fleißiges Bienchen

Ist euch schon einmal die helle Hütte am östlichen Ende des schönen Inzeller Kurparks aufgefallen? Es handelt sich dabei um das Bienenhaus des Bienenzuchtvereins Inzell

Wir sind neugierig und sehen uns um. Dabei entdecken wir, dass im hinteren Teil des Hauses Bienen ein- und ausfliegen.

Wir treffen Moritz und er erzählt uns einiges über die Bienenvölker, die Arbeit der Imker und weist darauf hin, dass auch der Bienenhonig ein wertvolles regionales Produkt und überhaupt nicht vergleichbar mit Honig aus dem Supermarkt ist. Honig aus der eigenen Region kann zum Beispiel Allergikern helfen sich selbst zu immunisieren, wenn sie beispielsweise im Winter regelmäßig etwas  davon zu sich nehmen. 

Die Unterhaltung mit Moritz ist lehrreich und interessant. Wir erfahren einiges über das Leben der Honigbiene. Ich stelle die Frage, was jeder von uns tun kann, um Insekten zu helfen, da wir immer wieder vom großen Insektensterben hören. Für Bienen sind heimische Blühpflanzen, die wir oft als Unkraut ansehen, wie zum Beispiel Löwenzahn tatsächlich am besten geeignet. Aber auch Obstbäume sind perfekt, um die Bienen zu versorgen. Daher wurden beispielsweise einige Bäumchen alter Obstsorten im Inzeller Kurpark gepflanzt. Um den Insekten Unterschlupf zu bieten sind sogenannte Insektenhotels perfekt geeignet. Eigentlich sollte jeder eines im Garten haben. 

Wenn ihr mehr über das Leben der Bienen oder die Arbeit der Imker erfahren wollt, dann meldet euch doch einfach einmal zu einer Führung an. Termine könnt ihr ganz einfach über die Tourist-Info in Inzell erfragen. 

Natürlich nehmen wir auch gleich ein Glas Honig für zu Hause mit. Wer jetzt ebenfalls Lust auf etwas Gutes aus der Natur hat: Erwerben könnt ihr den Honig bei den Imkern direkt. Viele haben einen Hinweis am Haus. Also spaziert oder fahrt mit offenen Augen durch den Ort.  

Romantische Almhütte in den Bergen

Mit dem Rad machen wir nochmals einen Ausflug. Einem Tipp folgend, fahren wir aus dem Ort heraus Richtung Schmelz. Nachdem wir einen großen Parkplatz passiert haben, kommen wir an einem schön angelegten Spielplatz vorbei. Viele Familien sind hier und die Kinder spielen ausgelassen auf den phantasievollen Geräten und Gerüsten.

Wir radeln auf einem Schotterweg weiter bis es rechts ab und ein kurzes Stück bergauf geht. Und schon sind wir da! Wir stehen vor der urigen --> Moaralm

Der erste Eindruck ist ein wenig ernüchternd. Wir gehen an Biertischen vorbei und hinter das Haus. Aber was ist das? Hier trauen wir unseren Augen kaum, denn ein sensationeller Blick auf Almwiesen und die umliegenden Berge erwartet uns! Wir fühlen uns ein wenig wie im Hochgebirge und doch ist die Moaralm so leicht zu erreichen.

Die hübsch dekorierten rustikalen Holztische passen zum Flair der Almhütte. Hier fühlen wir uns sofort wohl und studieren die auf Tafeln notierten Getränke und Speisen. Almtypische Gerichte stehen darauf. Wir haben gehört, dass der Käse aus eigener Herstellung ist und entscheiden uns zunächst für das bodenständige Kasbrettl. Enttäuscht werden wir nicht. Die verschiedenen Sorten sind sehr lecker. Dazu gibt es einfaches, aber gutes Bauernbrot. Das passt und fühlt sich authentisch an.

Um uns herum sitzen vor allem Familien. Kein Wunder, da sich der große Spielplatz in nächster Nähe befindet. Es ist Mittagszeit und dementsprechend viel los.

Wir wechseln ein paar Worte mit dem Besitzer und erfahren, dass auch diese Alm im Familienbetrieb bewirtschaftet wird. Im Ort befindet sich der dazugehörige Bauernhof. Die eigenen Kühe weiden auf den Almwiesen. Dazu Schafe auf einer kleinen Weide. Es sollen auch noch Ziegen und Ponys dazu kommen. Ein herrliches Idyll erleben wir hier.

Der Hausherr ist gelernter Koch und lässt seine Erfahrung in die Zubereitung der Gerichte einfließen. Auch auf dieser Alm wird viel Wert auf regionale bzw. die Verarbeitung eigener Produkte gelegt. Wir können nicht anders und probieren auch den viel gelobten Kaiserschmarrn.

Ihr ahnt es bestimmt... die Eierspeise ist schnell verputzt und natürlich ein Gedicht! Leicht karamellisiert und fluffig, dazu ein ordentlicher Berg frischer Erdbeeren - so muss ein Kaiserschmarrn schmecken! Was für ein wundervoller Abschluss unseres Wochenendausfluges nach Inzell. 

Wir wurden nicht enttäuscht

Unser kulinarischer Ausflug in die Chiemgauer Alpen war absolut genial. Wir haben herausgefunden, dass es viele Menschen gibt, die Wert auf gute Produkte aus der Region legen und sie köstlich zubereiten. 

Gerade in der heutigen Zeit, in der wir immer wieder mit erschreckenden Meldungen aus der Lebensmittelbranche konfrontiert werden, ist es gut zu erfahren, dass es auch anders geht und eben auch anders gelebt wird. 

Unsere Gesundheit ist unser höchstes Gut und daher sollten wir auch darauf achten was wir zu uns nehmen. Zudem finden wir es wichtig regionale Produzenten zu unterstützen, damit diese erhalten bleiben. Es ist also nicht nur im Urlaub schön auf diese Art und Weise einzukaufen und zu speisen. Auch im Alltag sollten wir immer mehr Umdenken und unser Augenmerk auf frische und natürliche Produkte aus der Region legen. 

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